Demetrius (Schiller)
Sehr kurze Zusammenfassung
Russland, Anfang des 17. Jahrhunderts. Ein junger Mann namens Demetrius behauptete, der totgeglaubte Sohn des Zaren Iwan des Schrecklichen zu sein, und erhob Anspruch auf den russischen Thron.
Der amtierende Zar Boris Godunow, der den echten Dmitri hatte ermorden lassen, versuchte seine Macht zu verteidigen.
Mit polnischer Unterstützung zog Demetrius nach Russland. Er traf auf Marfa, die Witwe Iwans und angebliche Mutter, die ihn öffentlich als ihren Sohn anerkennen sollte.
Nach dem Selbstmord des Boris gelang es Demetrius, die Macht zu ergreifen. Doch dann erfuhr er von einem Mitwisser die Wahrheit über seine wahre Herkunft. In diesem Moment der Erkenntnis quälten ihn schwere Gewissensbisse.
In einer Lüge bin ich befangen, zerfallen bin ich mit mir selbst. Ich bin ein Feind der Menschen, ich und die Wahrheit sind geschieden auf ewig! Was? Soll ich das Volk selbst aus seinem Irrtum reißen?
Ausführliche Zusammenfassung
Die Einteilung in Abschnitte ist redaktionell.
Demetrius an der russischen Grenze
An der russischen Grenze bei Kiew brach Demetrius mit seiner Armee auf. Er führte seine Truppen über den Fluss Desna, von wo aus man die Türme von Tschernigow und in der Ferne Nowgorod Sewerskoy sehen konnte. Als er die weite russische Landschaft erblickte, wurde er von tiefen Gefühlen ergriffen.
Die Stimme der Natur ist heilig und frei, ich will sie weder zwingen noch erlügen. Hätte dein Herz bei meinem Anblick gesprochen, so hätte das meinige geantwortet.
Die Wirkung des Manifests im Dorf
In den russischen Dörfern verbreitete sich Demetrius' Manifest schnell. Die Bauern versammelten sich, um über die Nachricht zu diskutieren. Viele waren unzufrieden mit der Herrschaft von Boris Godunow, besonders wegen der großen Hungersnot. Die Frauen zeigten sich besonders empfänglich für die Geschichte des angeblichen Zarensohns.
Das Lager der Borisovischen Armee
Die Armee des Boris war zwar mächtig, aber unzuverlässig. Die Anführer misstrauten einander, und die Soldaten waren unsicher, wem ihre Loyalität gelten sollte. Soltikow, einer der Generäle, neigte bereits innerlich der Seite des Demetrius zu.
Boris' letzte Stunden in Moskau
In Moskau empfing Boris immer schlechtere Nachrichten. Die Städte fielen eine nach der anderen an Demetrius, und das Volk wandte sich gegen ihn. In seiner Verzweiflung wandte er sich an den Patriarchen Hiob.
Wahr ist's, ich habe das Reich nicht ganz unschuldig erworben, aber ich hab es gut verwaltet. Wie? Kann ein wohltätiges Leben ein Verbrechen nicht gutmachen?
Demetrius' Siegeszug und Enthüllung
Nach anfänglichen Rückschlägen wendete sich das Kriegsglück zu Demetrius' Gunsten. Soltikows Übertritt brachte die entscheidende Wende. Doch auf dem Höhepunkt seines Erfolgs erfuhr Demetrius von einem Mann die Wahrheit über seine Herkunft: Er war nicht der echte Zarensohn.
Vorwärts muß ich. Fest stehen muß ich, und doch kann ichs nicht mehr durch eigene innere Überzeugung. Mord und Blut muß mich auf meinem Platz erhalten.
Demetrius als Zar im Kreml
Im Kreml regierte Demetrius nun als Zar, aber sein Charakter hatte sich verändert. Er wurde misstrauisch und tyrannisch. Die Russen waren unzufrieden mit seiner Herrschaft und der Bevorzugung der Polen. Er verliebte sich in Axinia, die Tochter des Boris, obwohl er mit der polnischen Adligen Marina verlobt war.
Marina und die Hochzeit
Marina kam nach Moskau und bestand auf einer schnellen Hochzeit. Sie durchschaute Demetrius' Gefühle für Axinia und befahl deren Ermordung. Axinia nahm den Tod würdevoll an.
Bringst du mir den Tod? O sei willkommen! Ich fürchtete, es sei die Zarenkrone.
Der Aufstand und Demetrius' Ende
Zusky führte eine Verschwörung gegen Demetrius an. Die Unzufriedenheit im Volk wuchs, und schließlich brach ein Aufstand aus. In seiner letzten Stunde suchte Demetrius Hilfe bei der Zarin Marfa, seiner angeblichen Mutter.
Ich hasse die Gaukelei, ich mag nicht mit den heiligen Gefühlen der Natur spielen und Gaukelwerk treiben. Was ich nicht empfinde, mag ich nicht zeigen.