Der Sandmann (Hoffmann)

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Der Sandmann
1817
Inhaltsangabe der ErzÀhlung
Das Original liest sich in 79 Minuten
Kurzbeschreibung
Ein vom Tod seines Vaters traumatisierter Student verliebte sich in eine mechanische Puppe. Als er ihre wahre Natur erkannte, verfiel er dem Wahnsinn und stĂŒrzte sich von einem Turm in den Tod.

Sehr kurze Zusammenfassung

Eine deutsche Stadt, Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Student Nathanael wurde als Kind von der Figur des Sandmanns traumatisiert, die sich als der unheimliche Advokat Coppelius entpuppte, der mit seinem Vater alchemistische Experimente durchfĂŒhrte.

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Coppelius (Der Sandmann) — unheimlicher Advokat, groß und breitschultrig, mit gelbem Gesicht und stechenden grĂŒnen Augen, erschreckende Erscheinung aus Nathanaels Kindheit.

Bei einem dieser Experimente kam Nathanaels Vater ums Leben. Jahre spÀter glaubte Nathanael, Coppelius in dem italienischen WetterglashÀndler Coppola wiederzuerkennen.

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Nathanael — junger Student, etwa 20-25 Jahre alt, poetisch veranlagt, psychisch labil, von Kindheitstraumata geplagt, neigt zu dĂŒsteren Fantasien und Wahnvorstellungen.

Seine Verlobte Clara versuchte, ihn von diesen Wahnvorstellungen abzubringen.

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Clara — junge Frau, Nathanaels Verlobte, vernĂŒnftig, bodenstĂ€ndig, klar denkend, mit scharfem Verstand und warmem Herzen.

Nathanael verliebte sich in Olimpia, die vermeintliche Tochter seines Professors Spalanzani. Als er sie besuchen wollte, wurde er Zeuge eines Streits zwischen Spalanzani und Coppola um die lebensechte Puppe Olimpia.

Nathanael erblickte Olimpias toderbleichtes Wachsgesicht, das keine Augen hatte, statt ihrer schwarze Höhlen; sie war eine leblose Puppe. Spalanzani wÀlzte sich auf der Erde, Glasscherben hatten ihm Kopf und Brust zerschnitten.

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Diese Entdeckung stĂŒrzte Nathanael in den Wahnsinn. Nach seiner Genesung versöhnte er sich mit Clara, doch als er mit ihr auf einen Turm stieg und durch Coppolas Perspektiv schaute, verfiel er erneut dem Wahnsinn. Er versuchte, Clara hinabzustĂŒrzen, wurde aber von ihrem Bruder daran gehindert. Als Nathanael unten Coppelius erblickte, sprang er selbst in den Tod.

AusfĂŒhrliche Zusammenfassung nach Teilen

Die Titel der Teile und ihre Unterteilung in Kapitel sind redaktionell.

Teil 1. Der Briefwechsel

Nathanaels traumatische Kindheitserinnerungen

In einem Brief an seinen Freund Lothar schilderte der Student Nathanael seine beunruhigenden Erlebnisse.

Ein WetterglashĂ€ndler namens Coppola hatte ihn aufgesucht, in dem er den schrecklichen Advokaten Coppelius aus seiner Kindheit wiederzuerkennen glaubte. Dieser Coppelius war regelmĂ€ĂŸig abends zu seinem Vater gekommen, um mit ihm alchemistische Experimente durchzufĂŒhren.

Das ist ein böser Mann, der kommt zu den Kindern, wenn sie nicht zu Bett gehen wollen und wirft ihnen HĂ€ndevoll Sand in die Augen, daß sie blutig zum Kopf herausspringen, die wirft er dann in den Sack.

⚠ Dieses Zitat ist zu lang: 201 Z. Maximale LĂ€nge: 200 Zeichen.

Als Kind hatte Nathanael sich eines Abends im Arbeitszimmer seines Vaters versteckt und beobachtet, wie Coppelius und sein Vater an einem geheimnisvollen Herd arbeiteten. Coppelius hatte ihn entdeckt und gedroht, ihm die Augen auszureißen. Ein Jahr spĂ€ter kam es bei einem weiteren Experiment zu einer Explosion, bei der Nathanaels Vater ums Leben kam.

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Nathanaels Vater — verstorbener Vater Nathanaels, Alchemist, experimentierte heimlich mit Coppelius, kam bei einer Explosion ums Leben.

Claras rationaler ErklÀrungsversuch

Der Brief gelangte versehentlich in die HĂ€nde von Clara, Nathanaels Verlobter, die ihm daraufhin einen ausfĂŒhrlichen Antwortbrief schrieb.

Gibt es eine dunkle Macht, die so recht feindlich und verrÀterisch einen Faden in unser Inneres legt, woran sie uns dann festpackt und fortzieht auf einem gefahrvollen verderblichen Wege.

Clara versuchte, Nathanaels Ängste rational zu erklĂ€ren. Sie argumentierte, dass die dunklen MĂ€chte nur in seinem Inneren existierten und keine reale Bedrohung darstellten. Nathanael reagierte gekrĂ€nkt auf Claras nĂŒchterne Analyse.

Die Begegnung mit Coppola

In einem weiteren Brief an Lothar berichtete Nathanael von seiner Begegnung mit dem WetterglashÀndler Giuseppe Coppola.

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Giuseppe Coppola — italienischer WetterglashĂ€ndler und Optiker, möglicherweise identisch mit Coppelius, unheimliche Erscheinung mit heiserer Stimme.

Teil 2. Die ErzÀhlung

Nathanaels RĂŒckkehr und Versöhnung

Nathanael kehrte in seine Heimatstadt zurĂŒck und versöhnte sich mit Clara. Seine dĂŒsteren Gedanken schienen verflogen, doch bald begann er, Clara mit seinen mystischen Dichtungen zu quĂ€len. Als sie seine Werke als dĂŒster und unverstĂ€ndlich kritisierte, nannte er sie ein 'lebloses Automat'. Ein Streit zwischen Nathanael und Claras Bruder Lothar konnte nur durch Claras Eingreifen verhindert werden.

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Lothar — Claras Bruder, junger Mann, vernĂŒnftig und besonnen, Nathanaels Freund, beschĂŒtzend gegenĂŒber seiner Schwester.

Clara hatte die lebenskrĂ€ftige Fantasie des heitern unbefangenen, kindischen Kindes, ein tiefes weiblich zartes GemĂŒt, einen gar hellen scharf sichtenden Verstand.

Die Begegnung mit Olimpia

Nach seiner RĂŒckkehr an die UniversitĂ€t begegnete Nathanael der schönen Olimpia, der Tochter des Professors Spalanzani. Er beobachtete sie durch ein von Coppola gekauftes Perspektiv und verliebte sich in sie.

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Olimpia — kĂŒnstliche Figur, Automat, Ă€ußerlich schöne junge Frau mit starrem Blick und mechanischen Bewegungen, von Spalanzani erschaffen.
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Professor Spalanzani — italienischer Physikprofessor, klein und rundlich mit scharfen GesichtszĂŒgen, Erschaffer der Olimpia, wissenschaftlicher BetrĂŒger.

Nun sah Nathanael erst Olimpias wunderschön geformtes Gesicht. Nur die Augen schienen ihm gar seltsam starr und tot. Doch wie er immer schÀrfer durch das Glas hinschaute, war es, als gingen feuchte Mondesstrahlen auf.

⚠ Dieses Zitat ist zu lang: 217 Z. Maximale LĂ€nge: 200 Zeichen.

Auf einem Ball in Spalanzanis Haus tanzte Nathanael mit Olimpia und war von ihrer mechanischen Perfektion begeistert. Er besuchte sie tĂ€glich und las ihr stundenlang seine Dichtungen vor. Olimpia antwortete nur mit 'Ach!' und 'Oh!', was Nathanael als Zeichen tiefen VerstĂ€ndnisses deutete. Sein Freund Siegmund warnte ihn vor Olimpias Leblosigkeit, doch Nathanael wies alle Bedenken zurĂŒck.

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Siegmund — Nathanaels Freund und Kommilitone, vernĂŒnftig und loyal, skeptisch gegenĂŒber Olimpia.

Olimpias Entlarvung und Nathanaels Zusammenbruch

Als Nathanael Olimpia einen Heiratsantrag machen wollte, wurde er Zeuge eines heftigen Streits zwischen Spalanzani und Coppola. Die beiden kĂ€mpften um eine leblose Puppe - Olimpia. Coppola, der die Augen fĂŒr den Automaten geliefert hatte, riss die Puppe an sich. Spalanzani warf Nathanael Olimpias blutige Augen entgegen.

Da packte ihn der Wahnsinn mit glĂŒhenden Krallen und fuhr in sein Inneres hinein Sinn und Gedanken zerreißend. 'Hui - hui - hui! - Feuerkreis - Feuerkreis! dreh dich Feuerkreis - lustig - lustig!'

Nathanael verfiel in rasenden Wahnsinn und wurde in eine Anstalt eingeliefert. Spalanzani musste die UniversitÀt verlassen, nachdem bekannt wurde, dass er einen Automaten als lebende Person ausgegeben hatte. Coppola verschwand spurlos.

Scheinbare Genesung und tragisches Ende

Nach einiger Zeit erholte sich Nathanael und kehrte zu Clara zurĂŒck. Die Familie plante, in ein Landgut zu ziehen, das sie geerbt hatte. Nathanael schien geheilt und erkannte Claras 'himmlisch reines, herrliches GemĂŒt'. Doch als er mit Clara den Ratsturm bestieg und durch Coppolas Perspektiv blickte, brach sein Wahnsinn erneut aus.

Nathanael blieb plötzlich wie erstarrt stehen, er bĂŒckte sich herab, wurde den Coppelius gewahr und mit dem gellenden Schrei: 'Ha! Sköne Oke - Sköne Oke', sprang er ĂŒber das GelĂ€nder.

Er versuchte, Clara in die Tiefe zu stĂŒrzen, wurde aber von ihrem Bruder Lothar gerettet. Als Nathanael den Advokaten Coppelius unten auf dem Marktplatz erblickte, stĂŒrzte er sich selbst in den Tod. Clara fand spĂ€ter ihr GlĂŒck mit einem anderen Mann.