Die RĂ€uber (Schiller)
Sehr kurze Zusammenfassung
Deutschland im 18. Jahrhundert. Der alte Graf von Moor hatte zwei Söhne: Karl und Franz.
Franz intrigierte gegen seinen Bruder Karl, indem er einen gefĂ€lschten Brief vorlegte, der Karl als Verbrecher darstellte. Der Vater verstieĂ daraufhin seinen Lieblingssohn Karl. Dieser schloss sich aus Verzweiflung einer RĂ€uberbande an und wurde ihr AnfĂŒhrer. Franz ĂŒbernahm die Macht im Schloss, sperrte seinen Vater in einen Turm und gab ihn fĂŒr tot aus. Er versuchte auch, Karls Geliebte Amalia fĂŒr sich zu gewinnen.
Als Karl erfuhr, dass sein Vater noch lebte, kehrte er mit seiner Bande zum Schloss zurĂŒck. Er befreite seinen Vater aus dem Turm, doch dieser starb kurz darauf an den Folgen der Gefangenschaft. Franz beging Selbstmord, als die RĂ€uber das Schloss stĂŒrmten.
O ĂŒber mich Narren, der ich wĂ€hnete, die Welt durch GrĂ€uel zu verschönern und die Gesetze durch Gesetzlosigkeit aufrecht zu halten! Ich nannte es Rache und Recht
Karl erkannte die Sinnlosigkeit seines RĂ€uberlebens. Er tötete seine geliebte Amalia auf deren Wunsch, da eine gemeinsame Zukunft unmöglich war. SchlieĂlich beschloss er, sich der Justiz zu stellen, um einem armen Mann die ausgesetzte Belohnung fĂŒr seine Gefangennahme zukommen zu lassen.
AusfĂŒhrliche Zusammenfassung nach Akten und Szenen
Die Titel der Akte und Szenen sind redaktionell.
Erster Akt. Franz' Intrige gegen Karl
Erste Szene. Franz' Brief und der Vaterfluch
Im Schloss der Familie Moor traf Franz seinen Vater und berichtete ihm von einem angeblichen Brief ĂŒber seinen Bruder Karl. Er las dem alten Moor einen gefĂ€lschten Brief vor, der Karl als Verbrecher darstellte, der Schulden angehĂ€uft und eine Bankierstochter entehrt haben sollte.
O ich Ungeheuer von einem Thoren! â Ahnete mir's nicht, da er die Abenteuer des Julius CĂ€sar und Alexander Magnus und anderer stockfinsterer Heiden lieber las, als die Geschichte des buĂfertigen Tobias?
Zweite Szene. Karl wird RĂ€uberhauptmann
In einer Schenke an der sÀchsischen Grenze las Karl von Moor in Plutarchs Geschichten, wÀhrend sein GefÀhrte Spiegelberg von seinen RÀubertaten prahlte. Als ein Brief mit der Nachricht vom vÀterlichen Fluch eintraf, beschloss Karl, Hauptmann einer RÀuberbande zu werden.
Das Gesetz hat zum Schneckengang verdorben, was Adlerflug geworden wĂ€re. Das Gesetz hat noch keinen groĂen Mann gebildet, aber die Freiheit brĂŒtet Kolosse und ExtremitĂ€ten aus.
Dritte Szene. Franz' VerfĂŒhrungsversuch
Franz versuchte, Karls Verlobte Amalia fĂŒr sich zu gewinnen. Er behauptete, Karl sei tot und habe sie betrogen. Doch Amalia durchschaute seine LĂŒgen und wies ihn empört zurĂŒck.
Zweiter Akt. Franz' Machtergreifung
Erste Szene. Franz' Plan gegen den Vater
Franz schmiedete einen teuflischen Plan, um seinen Vater zu beseitigen. Er beauftragte den unehelichen Edelmann Hermann, sich als Zeuge von Karls angeblichem Tod auszugeben. Durch diese Nachricht sollte der alte Moor so erschĂŒttert werden, dass er stirbt.
Zweite Szene. Der alte Moor im Turm
Als der alte Moor nach der Schreckensnachricht ohnmĂ€chtig wurde, lieĂ Franz ihn fĂŒr tot erklĂ€ren. In Wirklichkeit sperrte er seinen Vater in einen Turm ein, wo dieser ohne Nahrung sterben sollte. Nur der alte Diener Daniel wusste von diesem Geheimnis.
Dritte Szene. Karls erste RĂ€ubertaten
Unterdessen fĂŒhrte Karl mit seiner Bande RaubzĂŒge durch. Er sah sich als RĂ€cher der UnterdrĂŒckten und bestrafte vor allem korrupte Adlige. Sein treuer GefĂ€hrte Schweizer stand ihm zur Seite, wĂ€hrend der hinterhĂ€ltige Spiegelberg zunehmend eifersĂŒchtig wurde.
Dritter Akt. Karls Heimkehr
Erste Szene. Karl inkognito im Schloss
Karl kehrte unerkannt als Graf von Brand ins Schloss zurĂŒck. Er traf auf Amalia, die ihm von der angeblichen Treulosigkeit Karls erzĂ€hlte, ohne zu wissen, wer vor ihr stand. Ihre ungebrochene Liebe zu Karl bewegte ihn zutiefst.
Menschen â Menschen! falsche, heuchlerische Krokodilbrut! Ihre Augen sind Wasser! ihre Herzen sind Erz! KĂŒsse auf den Lippen! Schwerter im Busen! Löwen und Leoparden fĂŒttern ihre Jungen, Raben tischen ihren Kleinen auf dem Aas
Zweite Szene. Die Entdeckung des Vaters
Durch Hermann erfuhr Karl von dem grausamen Schicksal seines Vaters. Er entdeckte den alten Moor im Turm, gab sich aber nicht zu erkennen. Die Erkenntnis ĂŒber Franz' Verbrechen stĂŒrzte ihn in tiefe Verzweiflung.
Mein Fluch ihn gejagt in den Tod! gefallen mein Sohn in Verzweiflung! â O meine Kinder! meine Kinder! â Weh, weh! Sterben in den Armen eines Fremdlings â Kein Sohn mehr â kein Sohn mehr
Vierter Akt. Die Rache beginnt
Erste Szene. Franz' AlbtrÀume
Franz wurde von schweren AlbtrĂ€umen geplagt. Er lieĂ Pastor Moser rufen, um ĂŒber das JĂŒngste Gericht zu diskutieren. Trotz seiner vorgeblichen Gottesleugnung quĂ€lte ihn die Angst vor der göttlichen Strafe.
Zweite Szene. Der Pater und die RĂ€uber
Ein Pater kam zu den RĂ€ubern und bot ihnen im Namen der Justiz Begnadigung an, wenn sie Karl ausliefern wĂŒrden. Die RĂ€uber lehnten empört ab und schworen Karl erneut die Treue.
Dritte Szene. Karl erfÀhrt die Wahrheit
Karl erfuhr von Kosinsky, einem jungen Adeligen, der sich der Bande anschlieĂen wollte, von weiteren Untaten seines Bruders. Kosinsky erzĂ€hlte von seinem eigenen Schicksal, das dem Karls Ă€hnelte.
Vierte Szene. Die Befreiung des Vaters
Karl und seine RÀuber befreiten den alten Moor aus dem Turm. Der geschwÀchte Vater erkannte seinen Sohn zunÀchst nicht. Karl schwor furchtbare Rache an seinem Bruder.
FĂŒnfte Szene. Der Vater erkennt Karl
Als der alte Moor erfuhr, dass sein Retter der totgeglaubte Karl ist, starb er vor Schreck. Karl, von SchuldgefĂŒhlen zerfressen, schwor noch grausamere Rache.
Zwei Menschen wie ich wĂŒrden den ganzen Bau der sittlichen Welt zu Grund richten... Du bedarfst nicht des Menschen Hand. Freilich steht's nun in meiner Macht nicht mehr, die Vergangenheit einzuholen
FĂŒnfter Akt. Das tragische Ende
Erste Szene. Franz' Selbstmord
Als die RĂ€uber das Schloss stĂŒrmten, wurde Franz von Gewissensbissen und Todesangst gepeinigt. In einem letzten GesprĂ€ch mit Pastor Moser erkannte er die GröĂe seiner Schuld. Bevor die RĂ€uber ihn fassen konnten, erdrosselte er sich selbst.
Ich habe die Gesetze der Natur geschĂ€ndet und den Tod meiner VĂ€ter verfĂ€lscht â die Rache nannte ich's â O ĂŒber meine Blindheit â hier steh ich am Pranger der Zeit
Zweite Szene. Karls letzte Entscheidung
Karl offenbarte sich Amalia, die ihn trotz seiner Verbrechen noch liebte. Als die RÀuber ihn an seinen Schwur erinnerten, die Bande nie zu verlassen, tötete er Amalia auf ihre eigene Bitte hin. Danach beschloss er, sich der Justiz zu stellen, um einem armen Tagelöhner die ausgesetzte Belohnung zu verschaffen.