Die Verschwörung des Fiesco zu Genua (Schiller)
Sehr kurze Zusammenfassung
Genua im Jahr 1547. Der junge Graf Fiesco plante einen Umsturz gegen die herrschende Familie Doria. Um seinen Plan zu verschleiern, gab er sich als leichtlebiger Verführer aus und umwarb die Schwester des jungen Doria.
Seine Ehefrau Leonore litt unter seiner vorgetäuschten Untreue. Fiesco gewann Verbündete für seine Verschwörung, darunter den republikanisch gesinnten Verrina. Dieser hasste die Doria besonders, seit Gianettino Doria seine Tochter Bertha geschändet hatte.
Als die Verschwörer den Aufstand vorbereiteten, warnte Verrina Fiesco vor dessen eigenem Machthunger. Er sah voraus, dass Fiesco selbst zum Tyrannen werden könnte.
Du hast eine Schande begangen an der Majestät des wahrhaftigen Gottes, daß du dir die Tugend die Hände zu deinem Bubenstück führen und Genuas Patrioten mit Genua Unzucht treiben ließest.
In der Nacht des Aufstands gelang es den Verschwörern, die wichtigsten Positionen in der Stadt einzunehmen. Der alte Andreas Doria konnte fliehen, sein Neffe Gianettino wurde getötet. In der Verwirrung erschoss Fiesco versehentlich seine als Mann verkleidete Frau Leonore.
Als Fiesco triumphierend den Herzogstitel annehmen wollte, führte Verrina ihn zu den Galeeren am Hafen. Dort stieß er Fiesco ins Meer, wo dieser ertrank. Verrina verkündete den anderen Verschwörern Fiescos Tod und erklärte, er werde sich Andreas Doria anschließen.
So scheiterte der Versuch, die Republik Genua von der Herrschaft der Doria zu befreien. Verrina verhinderte, dass ein Tyrann durch einen anderen ersetzt wurde, aber der Preis dafür war der Tod seines ehemaligen Freundes Fiesco.
Ausführliche Zusammenfassung nach Aufzügen
Die Titel der Aufzüge und ihre Unterteilung in Abschnitte sind redaktionell.
Aufzug 1. Fiescos Doppelspiel beginnt
Leonores Eifersucht und Fiescos scheinbare Untreue
Im Palast des Grafen Fiesco von Lavagna fand ein prächtiger Ball statt. Während der Feierlichkeiten zeigte sich der Hausherr auffällig der schönen Julia Imperiali zugetan, was seine Gemahlin Leonore zutiefst verletzte.
Nun, bei Gott! was fordert denn die unersättliche Eitelkeit des Weibs, wenn es einen Mann vor sich kriechen sieht und noch zweifelt? Ha, er erwacht wieder, ich fühle.
Verrinas Rache für Berthas Schändung
Während des Balls erfuhr der republikanisch gesinnte Verrina von der Schändung seiner Tochter Bertha durch Gianettino Doria, den Neffen des regierenden Dogen. Er schwor Rache und verfluchte seine Tochter, bis der Tod des Tyrannen sie erlösen würde.
Aufzug 2. Die Verschwörung formiert sich
Fiescos wahre Absichten enthüllen sich
Fiesco enthüllte seinen engsten Vertrauten, dass sein ausschweifendes Leben nur eine Maske war. In Wahrheit hatte er längst eine Verschwörung gegen die Herrschaft der Dorias vorbereitet. Er hatte bereits Truppen angeworben und Unterstützung von auswärtigen Mächten gesichert.
Ich habe in meinen Räubern das Opfer einer ausschweifenden Empfindung zum Vorwurf genommen. – Hier versuche ich das Gegentheil, ein Opfer der Kunst und Cabale.
Gianettinos Mordplan und Fiescos Gegenspiel
Durch seinen Spion, den Mohren, erfuhr Fiesco von Gianettinos Plan, zwölf Senatoren ermorden zu lassen und sich selbst zum Herzog zu machen. Der Mohr sollte auch Fiesco töten, verriet aber den Auftrag und trat in Fiescos Dienste.
Aufzug 3. Entscheidungen und Vorbereitungen
Verrinas Warnung und Fiescos Ehrgeiz
Verrina durchschaute Fiescos wahre Absichten. Er erkannte, dass dieser nicht nur die Dorias stürzen, sondern selbst Herzog werden wollte. Er beschloss, Fiesco zu töten, sobald dieser sein Ziel erreicht hätte, da er in ihm einen neuen Tyrannen sah.
Der erste Fürst war ein Mörder und führte den Purpur ein, die Flecken seiner That in dieser Blutfarbe zu verstecken. Höre, Fiesco – ich bin ein Kriegsmann, verstehe mich wenig auf nasse Wangen.
Leonores Flehen und Fiescos Entscheidung
Leonore versuchte verzweifelt, ihren Gemahl von seinen Plänen abzubringen. Sie warnte ihn vor den Gefahren der Macht und flehte ihn an, mit ihr ein ruhiges Leben zu führen. Doch Fiesco war von seinem Ehrgeiz getrieben und entschied sich für den Weg zur Macht.
In dieser stürmischen Zone des Throns verdorret das zarte Pflänzchen der Liebe. Das Herz eines Menschen, und wär' auch selbst Fiesco der Mensch, ist zu enge für zwei allmächtige Götter.
Aufzug 4. Die Verschwörung schlägt zu
Letzte Vorbereitungen und Verrats-Warnung
Die Verschwörer trafen die letzten Vorbereitungen für den Aufstand. Fiesco verteilte die Aufgaben: Verrina sollte den Hafen sichern, andere sollten strategische Punkte in der Stadt besetzen. Der Mohr wurde als potentieller Verräter zum Tode verurteilt.
Der Aufstand beginnt
In der Nacht begann der Aufstand. Die Verschwörer besetzten wichtige Positionen in der Stadt. Leonore, die ihrem Mann in Männerkleidern gefolgt war, wurde im Tumult von Fiesco selbst erstochen, der sie für Gianettino hielt. Gianettino wurde von Bourgognino getötet.
Aufzug 5. Triumph und Tragödie
Andreas' Flucht und Leonores Tod
Der alte Herzog Andreas Doria konnte mit Hilfe seiner deutschen Leibwache aus der Stadt fliehen. Als Fiesco den Leichnam seiner Gemahlin erkannte, war er von Schmerz und Reue überwältigt.
Kleinmuth ist die höchste Gefahr. Größe will auch ein Opfer haben. Ich verstehe. Die Vorsehung, versteh' ich ihren Wink, schlug mir diese Wunde nur, mein Herz für die nahe Größe zu prüfen.
Verrinas Tat und Fiescos Ende
Trotz des persönlichen Verlustes setzte Fiesco seinen Plan fort. Er wurde zum Herzog ausgerufen, doch sein Triumph währte nur kurz. Verrina, treu seinen republikanischen Idealen, führte Fiesco zum Hafen, wo er ihn ins Meer stieß. So endete der Versuch, Genua von einer Tyrannei zu befreien, mit der Entstehung und dem sofortigen Fall einer neuen.