Geschichte der Unruhen in Frankreich (Schiller)

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Geschichte der Unruhen in Frankreich, welche der Regierung Heinrichs IV. vorangingen
1788
Inhaltsangabe des Buches
Das Original liest sich in 205 Minuten
Kurzbeschreibung
Religiöse Konflikte erschütterten Frankreich in den 1560er Jahren. Die Königinmutter vermittelte zwischen Katholiken und Protestanten, plante aber ein Massaker, als letztere zu mächtig wurden.

Sehr kurze Zusammenfassung

Frankreich, 1560er Jahre. Nach dem Tod Heinrichs II. übernahm sein junger Sohn Franz II. die Regierung. Die Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten (Hugenotten) verschärften sich zunehmend.

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Katharina von Medici — königinmutter und regentin von frankreich, etwa 50 jahre alt, machtbewusst, intrigant, verschlagen, meisterin der verstellung.

Die Guisen, ein katholisches Adelsgeschlecht, gewannen an Macht, während die protestantischen Bourbonen und Coligny sich bedroht fühlten. Eine Verschwörung der Protestanten in Amboise wurde blutig niedergeschlagen.

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Gaspard de Coligny — admiral von frankreich, etwa 55 jahre alt, anführer der hugenotten, ehrwürdig, tapfer, weitsichtig, friedliebend aber entschlossen.

Dreimal schrecklicheres Loos, wo sich religiöse Schwärmerei mit Parteihaß gattet und die Fackel des Bürgerkrieges sich an der unreinen Flamme des priesterlichen Eifers entzündet.

Nach dem frühen Tod Franz' II. wurde sein minderjähriger Bruder Karl IX. König. Die Königinmutter Katharina versuchte zwischen den Parteien zu vermitteln, gewährte den Protestanten begrenzte Religionsfreiheit.

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Karl IX. — könig von frankreich, junger mann um 20 jahre, schwach, beeinflussbar, zwischen seiner mutter und coligny hin- und hergerissen.

Die Spannungen eskalierten dennoch. Nach mehreren Schlachten und Friedensschlüssen schien sich die Lage zu beruhigen. Coligny gewann zunehmend Einfluss auf den jungen König. Die katholische Partei unter Katharina und den Guisen sah ihre Macht schwinden. Sie planten, die protestantischen Führer zu beseitigen. Ein Attentat auf Coligny scheiterte, woraufhin der Hof beschloss, alle Hugenottenführer während der Hochzeit Heinrich von Navarras mit Margarethe von Valois zu ermorden.

Ausführliche Zusammenfassung

Die Gliederung in Abschnitte ist redaktionell.

Frankreichs Aufstieg und erste religiöse Spannungen

Die Regierungszeiten von Karl VIII., Ludwig XII. und Franz I. bereiteten für Frankreich eine glänzende Epoche vor. Die Feldzüge dieser Fürsten nach Italien entfachten den Heldengeist des französischen Adels neu. Die Monarchie festigte sich, die Verfassung nahm eine regelmäßigere Gestalt an, und der Trotz der Großen fügte sich in die Schranken des Gehorsams. Durch ordentliche Steuern und stehende Heere wurde der Thron gestärkt.

Tiefer als je stürzt dieser unglückliche Staat in seine barbarische Wildheit zurück, das Opfer eines langwierigen, verderblichen Bürgerkriegs, den der Ehrgeiz entflammt und ein wüthender Religionseifer zu einem allgemeinen Brande vergrößert.

⚠️ Dieses Zitat ist zu lang: 241 Z. Maximale Länge: 200 Zeichen.

Ausbreitung der Reformation in Frankreich

Die Neuerungen Luthers fanden bereits im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts ihren Weg nach Frankreich. Weder die Zensuren der Sorbonne noch die Beschlüsse des Pariser Parlaments konnten ihre schnelle Verbreitung aufhalten. Die Lebhaftigkeit des französischen Volkes zeigte sich sowohl bei den Anhängern der Reformation als auch bei ihren Verfolgern. Franz I. griff zu harten Maßnahmen gegen die Reformierten, während er gleichzeitig Verbindungen zu den deutschen Protestanten unterhielt.

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Franz von Guise — herzog und anführer der katholischen partei, etwa 45 jahre alt, charismatisch, ehrgeizig, militärisch begabt.

Die Reformierten führten bei ihrer Verteidigung Waffen, die wirksamer waren als die Gewalt ihrer Gegner. Geschmack und Aufklärung standen auf ihrer Seite, während Unwissenheit und Pedanterie die katholische Geistlichkeit kennzeichneten. Die protestantische Lehre gewann den geistreichen Teil des Publikums für sich. Königin Margaretha von Navarra, die Schwester Franz I., wurde zu einer wichtigen Beschützerin der Reformierten.

Die Verschwörung von Amboise

Die wachsende Macht der Guisen unter Franz II. führte zu einer gefährlichen Verschwörung. Die protestantischen Anführer planten, den jungen König der Vormundschaft der Guisen zu entreißen. Der Prinz von Condé wurde zum geheimen Anführer der Verschwörung, während ein Edelmann namens Renaudie als sichtbarer Anführer fungierte.

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Ludwig von Condé — prinz von geblüt, etwa 35 jahre alt, militärischer anführer der hugenotten, tapfer aber vergnügungssüchtig.

Antriebe, welche in Ertödtung alles dessen, was den Menschen sonst das Heiligste ist, bereits ihre Kraft bewiesen, welche das ehrwürdige Verhältniß zwischen dem Souverän und dem Unterthan übermeisterten.

⚠️ Dieses Zitat ist zu lang: 203 Z. Maximale Länge: 200 Zeichen.

Machtkampf nach dem Tod Franz II.

Nach dem frühen Tod Franz II. übernahm Katharina von Medici die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn Karl IX. Sie sah sich zwischen den rivalisierenden Faktionen der Guisen und der Bourbonen gefangen.

Katharinas Regentschaft und religiöse Toleranzversuche

Katharina versuchte durch eine Politik der Mäßigung und des Ausgleichs, den Frieden zu wahren. Sie berief den Admiral von Coligny an den Hof und gewährte den Hugenotten gewisse Freiheiten. Das Edikt von Januar 1562 erlaubte den Reformierten die öffentliche Religionsausübung außerhalb der Städte.

Das Massaker von Vassy und Beginn des Bürgerkriegs

Der Herzog von Guise löste durch das Blutbad von Vassy den ersten Religionskrieg aus. Bei einem Zusammenstoß mit protestantischen Gläubigen wurden zahlreiche Hugenotten getötet. Dies führte zu einer Welle der Gewalt im ganzen Land.

Hier, wo man Herd, Heimath, Familie, Eigenthum verließ, wirft man mit schadenfrohem Wohlgefallen den Feuerbrand in Fremdes und achtet nicht auf fremden Lippen die Stimme der Natur.

Militärische Konfrontationen und Friedensverhandlungen

Die militärischen Auseinandersetzungen waren von großer Grausamkeit geprägt. Beide Seiten verübten Gräueltaten, wobei besonders die Hugenotten durch ihre Zerstörung von Kirchen und Klöstern auffielen.

Im Lager dieser Partei erblickte man nichts Lachendes, nichts Erfreuliches; alle Spiele, alle geselligen Lieder hatte der finstre Eifer verbannt. Psalmen und Gebete ertönten an deren Stelle.

Keine Freistätte, kein beschworner Vertrag, kein Menschen-und Völkerrecht schützte gegen die blinde thierische Wuth; Treu und Glaube war dahin; und durch Eidschwüre lockte man nur die Opfer.

Der Frieden von Amboise und seine Folgen

Der Frieden von Amboise 1563 gewährte den Hugenotten begrenzte Religionsfreiheit. Doch der Hof plante bereits neue Maßnahmen gegen die Protestanten. Katharina von Medici und die Guisen arbeiteten an einem Plan, die Hugenotten durch eine große Gewalttat zu vernichten.

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Heinrich von Navarra — prinz von béarn, 19 jahre alt, protestant, zukünftiger könig von frankreich, früh in politische kämpfe verwickelt.

Die geplante Hochzeit zwischen Heinrich von Navarra und Margarethe von Valois sollte als Köder dienen, um die protestantischen Anführer nach Paris zu locken. Coligny, der sich vom scheinbar aufrichtigen Verhalten des Königs täuschen ließ, ignorierte alle Warnungen und begab sich in die tödliche Falle, die in der Bartholomäusnacht zuschlagen sollte.