Geschichte des Abfalls der Niederlande (Schiller)

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Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung
1788
Inhaltsangabe des Buches
Das Original liest sich in 725 Minuten
Kurzbeschreibung
Ein spanischer König führte in den Niederlanden die Inquisition ein. Seine Statthalterin vermittelte, bis Protestanten Kirchen plünderten. Ein Feldherr errichtete dann eine Schreckensherrschaft.

Sehr kurze Zusammenfassung

Die Niederlande, 1555-1567. Nach der Abdankung Karls V. übernahm sein Sohn die Herrschaft über die wohlhabenden niederländischen Provinzen.

👑
Philipp II. von Spanien — könig von Spanien, etwa 30 Jahre alt zu Beginn seiner Herrschaft, misstrauisch, religiös fanatisch, auf absolute Macht bedacht, spricht nur Spanisch, umgibt sich mit Spaniern.

Als Statthalterin setzte er seine Halbschwester ein.

👸
Margaretha von Parma — statthalterin der Niederlande, uneheliche Tochter Karls V., etwa 40 Jahre alt, in den Niederlanden geboren und erzogen, männliche Neigungen, tiefgläubig.

Ein Souverän wird die bürgerliche Freiheit immer als einen veräußerten Distrikt seines Gebiets betrachten, den er wieder gewinnen muß. Die Niederländer schützten sich durch Dämme gegen ihren Ocean, und gegen ihre Fürsten durch Constitutionen.

⚠️ Dieses Zitat ist zu lang: 242 Z. Maximale Länge: 200 Zeichen.

Die Spannungen zwischen der spanischen Krone und den Niederländern verschärften sich durch Philipps Versuch, die Inquisition einzuführen und die protestantische Bewegung zu unterdrücken. Der niederländische Adel formierte Widerstand, angeführt von einem klugen Strategen.

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Wilhelm I. von Oranien (der Schweiger) — prinz von Oranien, etwa 35 Jahre alt, intelligent, verschwiegen, diplomatisch geschickt, führt den Widerstand gegen Spanien an, religiös tolerant.

Die Situation eskalierte mit dem Bildersturm von 1566, bei dem Protestanten katholische Kirchen verwüsteten. Margaretha gewährte zunächst Zugeständnisse, doch Philipp entsandte den Herzog von Alba mit einem Heer. Wilhelm von Oranien floh, während andere Adlige wie Graf Egmont verhaftet und hingerichtet wurden. Alba errichtete den 'Blutrat' und begann eine Schreckensherrschaft. Margaretha trat zurück, und die Niederlande versanken im Bürgerkrieg, der schließlich zur Unabhängigkeit der nördlichen Provinzen führte.

Ausführliche Zusammenfassung nach Büchern

Die erweiterten Titel der Bücher und ihre Unterteilung in Abschnitte sind redaktionell.

Einleitung

Der Abfall der Niederlande von der spanischen Krone im 16. Jahrhundert stellte eine der bemerkenswertesten Staatsbegebenheiten dar. Ein friedfertiges Volk erhob sich gegen den mächtigsten Monarchen seiner Zeit und erkämpfte seine Freiheit. Anders als bei anderen historischen Ereignissen waren es nicht einzelne Helden, die den Ausschlag gaben, sondern die Not machte aus gewöhnlichen Menschen außergewöhnliche Kämpfer.

Kein Volk auf Erden wird leichter beherrscht durch einen verständigen Fürsten, und keines schwerer durch einen Gaukler oder Tyrannen. Nirgends ist die Volksstimme eine so unfehlbare Richterin der Regierung.

⚠️ Dieses Zitat ist zu lang: 206 Z. Maximale Länge: 200 Zeichen.

Erstes Buch: Die Niederlande vor der Revolution

Geschichte und Verfassung der Niederlande

Die Geschichte der Niederlande war geprägt von ihrer günstigen geografischen Lage und dem daraus resultierenden Handel. Unter der burgundischen und später habsburgischen Herrschaft entwickelte sich eine gemischte Verfassung, die dem Bürgertum weitreichende Rechte einräumte. Karl V. vereinte die siebzehn Provinzen und förderte den Handel, respektierte dabei aber weitgehend die lokalen Freiheiten. Die Reformation fand in den Niederlanden fruchtbaren Boden, wurde jedoch durch strenge Edikte und die Inquisition bekämpft.

Die Herrschaft Philipps II. und die Inquisition

Mit der Thronbesteigung Philipps II. änderte sich der Regierungsstil grundlegend. Anders als sein Vater Karl V. sprach er kein Niederländisch und zeigte wenig Verständnis für die lokalen Traditionen. Seine Politik war von religiösem Fanatismus und dem Streben nach absoluter Macht geprägt.

Egoismus und Religion sind der Inhalt und die Ueberschrift seines ganzen Lebens. Er war König und Christ, und war beides schlecht, weil er beides vereinigen wollte; Mensch für Menschen war er niemals.

Die spanische Inquisition wurde zu einem der wichtigsten Instrumente seiner Herrschaft. Sie verbreitete Angst und Schrecken in der Bevölkerung und untergrub das Vertrauen zwischen den Menschen.

Schändung der Vernunft und Mord der Geister heißt ihr Gelübde; ihre Werkzeuge sind Schrecken und Schande. Jede Leidenschaft steht in ihrem Solde, ihre Schlinge liegt in jeder Freude des Lebens.

Wilhelm von Oranien und Margaretha von Parma

Als Statthalterin der Niederlande setzte Philipp seine Halbschwester Margaretha von Parma ein. Sie sollte als Vermittlerin zwischen spanischen und niederländischen Interessen dienen.

Zu den einflussreichsten Persönlichkeiten dieser Zeit gehörte Wilhelm von Oranien, der sich zum Führer des Widerstands gegen die spanische Politik entwickelte.

Wilhelm von Oranien gehörte zu den hagern und blassen Menschen, wie Cäsar sie nennt, die des Nachts nicht schlafen und zu viel denken, vor denen das furchtloseste aller Gemüther gewankt hat.

Zweites Buch: Der Widerstand formiert sich

Cardinal Granvella und der Staatsrat

Kardinal Granvella wurde zum wichtigsten Berater der Regentin und zum Symbol der spanischen Unterdrückung. Seine Politik zielte darauf ab, die Macht des niederländischen Adels zu brechen und die königliche Autorität zu stärken.

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Kardinal Granvella — erster minister der niederlande, etwa 45 Jahre alt, intelligent und fleißig, aber hochmütig und verhasst, wichtigster berater philipps II..

Der niederländische Adel, angeführt von Oranien und Egmont, leistete Widerstand gegen Granvellas Einfluss. Graf Egmont, ein populärer Kriegsheld, schwankte dabei zwischen Loyalität zum König und Sympathie für die Opposition.

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Graf Lamoral von Egmont — niederländischer adliger, etwa 40 Jahre alt, kriegsheld, beim volk beliebt, loyal aber unentschlossen zwischen könig und aufständischen.

Egmonts Mission und verschärfte Religionsedikte

Egmont wurde nach Madrid entsandt, um beim König für eine mildere Politik zu werben. Philipp empfing ihn freundlich, machte aber keine echten Zugeständnisse. Stattdessen verschärfte er die Religionsedikte und bestand auf der Durchsetzung der Beschlüsse des Konzils von Trient.

Drittes Buch: Der offene Aufstand

Die Verschwörung des Adels

Der niedere Adel, unzufrieden mit seiner Marginalisierung und unterstützt von protestantischen Kaufleuten, schloss sich im Kompromiss von Breda zusammen. Unter der Führung von Ludwig von Nassau und Heinrich von Brederode forderten sie die Abschaffung der Inquisition und mehr religiöse Toleranz.

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Ludwig von Nassau — bruder wilhelms von oranien, etwa 30 Jahre alt, ungestüm und kriegerisch, hasst das papsttum und spanien.
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Heinrich von Brederode — niederländischer adliger, etwa 35 Jahre alt, anführer der geusen, eitel und prahlerisch, aber wenig mutig.

Die Geusen und öffentliche Predigten

Die Verbündeten nahmen den Spottnamen 'Geusen' (Bettler) als Ehrentitel an. Protestantische Prediger hielten öffentliche Versammlungen ab, die immer mehr Zulauf fanden. Die Regentin sah sich gezwungen, einige Zugeständnisse zu machen, während Philipp II. in Madrid über eine militärische Lösung nachdachte.

Eine rohe zahlreiche Menge, zusammengeflossen aus dem untersten Pöbel, viehisch durch viehische Behandlung, von Mordbefehlen, die in jeder Stadt auf sie lauern, von Grenze zu Grenze herumgescheucht...

Viertes Buch: Die spanische Reaktion

Der Bildersturm und Bürgerkrieg

Im Sommer 1566 kam es zum Bildersturm, bei dem aufgebrachte Protestanten Kirchen plünderten und religiöse Kunstwerke zerstörten. Diese Gewaltausbrüche erschütterten das Land und gaben Philipp II. den Vorwand für ein hartes Durchgreifen. Die Regentin konnte die Ordnung nur oberflächlich wiederherstellen.

Oraniens Abdankung und Albas Ankunft

Wilhelm von Oranien erkannte die drohende Gefahr und verließ das Land. Der Herzog von Alba wurde mit einer Armee entsandt, um die Ordnung wiederherzustellen.

🦹
Herzog von Alba — spanischer feldherr, etwa 50 Jahre alt, grausam und unnachgiebig, führt terror-regime in den niederlanden ein.

Man nannte Rebellion in Madrid, was in Brüssel nur eine gesetzliche Handlung hieß; die Beschwerden Brabants forderten einen staatsklugen Mittler; Philipp der Zweite sandte ihm einen Henker.

Alba errichtete den 'Rat der Unruhen', auch 'Blutrat' genannt, der tausende von Menschen zum Tode verurteilte. Er ließ die Grafen Egmont und Hoorn verhaften, die trotz ihrer früheren Verdienste für die spanische Krone keine Gnade fanden.

Graf von Hoorn — admiral der niederländischen flotte, etwa 40 Jahre alt, verbündet mit oranien und egmont, wird mit egmont hingerichtet.

Beilagen: Tragische Folgen

Der Prozess gegen Egmont und Hoorn wurde in Gent geführt. Trotz ihrer Privilegien als Ritter des Goldenen Vlieses wurden sie vor ein Sondergericht gestellt. Ihre Verteidigung und die Interventionen ihrer hochrangigen Verwandten blieben erfolglos. Am 5. Juni 1568 wurden beide Grafen in Brüssel öffentlich enthauptet. Ihre Hinrichtung markierte den endgültigen Bruch zwischen Spanien und den Niederlanden.

Die Belagerung von Antwerpen durch Alexander von Parma in den Jahren 1584 und 1585 stellte einen weiteren Höhepunkt des Konflikts dar. Die reiche Handelsstadt war durch ihre Befestigungen und die Schelde gut geschützt. Parma ließ eine Schiffsbrücke über die Schelde bauen, um die Stadt zu blockieren. Trotz verzweifelter Versuche der Verteidiger, die Blockade zu durchbrechen, musste sich Antwerpen schließlich ergeben. Der Fall der Stadt besiegelte die Trennung der südlichen von den nördlichen Niederlanden.