Kabale und Liebe (Schiller)
Sehr kurze Zusammenfassung
Eine deutsche Residenzstadt im 18. Jahrhundert. Der Sohn des PrÀsidenten verliebte sich in die Tochter eines Musikers.
Der PrĂ€sident plante fĂŒr seinen Sohn eine Heirat mit Lady Milford, der MĂ€tresse des FĂŒrsten. Als Ferdinand sich weigerte und zu seiner bĂŒrgerlichen Geliebten hielt, schmiedete der PrĂ€sident mit seinem SekretĂ€r eine Intrige. Sie zwangen Luise, einen kompromittierenden Liebesbrief an den Hofmarschall zu schreiben, und spielten diesen Ferdinand zu.
Ferdinand, von der vermeintlichen Untreue seiner Geliebten ĂŒberzeugt, beschloss, sich und Luise zu töten. Er besuchte sie ein letztes Mal und vergiftete heimlich ihre Limonade. Als Luise das GetrĂ€nk zu sich nahm, eröffnete sie ihm, dass sie den Brief nur unter Zwang geschrieben hatte, um ihren gefangenen Vater zu retten.
Mörder und Mördervater! Mit muà er, daà der Richter der Welt nur gegen den Schuldigen rase. ... Gott meiner Luise! Gnade! Gnade dem verruchtesten der Mörder!
In Verzweiflung ĂŒber seine Tat trank Ferdinand den Rest der vergifteten Limonade. Sterbend verfluchte er seinen Vater als den wahren Schuldigen. Der SekretĂ€r gestand aus Angst seine MittĂ€terschaft und wurde verhaftet. Der PrĂ€sident stellte sich der Justiz, wĂ€hrend sein Sohn und Luise in den Tod gingen.
AusfĂŒhrliche Zusammenfassung nach Akten
Die Titel der Akte und ihre Unterteilung in Szenenblöcke sind redaktionell.
Akt 1. Die verbotene Liebe und ihre Gegner
Millers Sorgen und der Plan des PrÀsidenten
In einer deutschen Residenzstadt machte sich der Stadtmusikant Miller groĂe Sorgen um seine Tochter Luise. Der Grund war ihre Beziehung zu Ferdinand von Walter, dem Sohn des mĂ€chtigen PrĂ€sidenten.
WĂ€hrend Miller seine Bedenken mit seiner Frau teilte, schmiedete der PrĂ€sident bereits PlĂ€ne. Er wollte seinen Sohn mit Lady Milford, der MĂ€tresse des FĂŒrsten, verheiraten, um seine eigene Machtposition zu stĂ€rken. Sein SekretĂ€r Wurm, der selbst Interesse an Luise hatte, unterstĂŒtzte diesen Plan.
Ferdinand und Luise: TreueschwĂŒre und Bedrohung
Ferdinand besuchte Luise im Haus ihrer Eltern. Ihre Liebe zueinander war tief und aufrichtig, doch die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen ihnen stellten eine groĂe Bedrohung dar.
Ăber uns, Luise, ĂŒber uns! Die Schranken des Unterschiedes stĂŒrzen ein, Thronen und Hoheiten springen wie Spielmarken auseinander, und die Liebe spricht das letzte Wort!
Als der PrĂ€sident von der Beziehung erfuhr, konfrontierte er seinen Sohn und befahl ihm, Lady Milford zu heiraten. Ferdinand widersetzte sich vehement und drohte, die dunklen Machenschaften seines Vaters zu enthĂŒllen, durch die dieser an die Macht gekommen war.
Akt 2. Lady Milford und die Intrige
Lady Milfords Vergangenheit und Ferdinands Ablehnung
Lady Milford erwartete in ihrem Palast ungeduldig Ferdinands Besuch. Als er eintraf, offenbarte sie ihm ihre bewegende Lebensgeschichte: Als Tochter eines englischen Adligen hatte sie alles verloren und war als MĂ€tresse des FĂŒrsten zu Einfluss gekommen, den sie nutzte, um das Los der Untertanen zu verbessern.
Ich habe Kerker gesprengt â habe Todesurtheile zerrissen und manche entsetzliche Ewigkeit auf Galeeren verkĂŒrzt. In unheilbare Wunden hab' ich doch wenigstens stillenden Balsam gegossen.
Doch Ferdinand blieb unbeeindruckt und gestand ihr seine Liebe zu Luise. Lady Milford, tief getroffen von seiner Ablehnung und der Aufrichtigkeit seiner GefĂŒhle, begann an ihrer eigenen Position zu zweifeln.
Wurms Plan und der gefÀlschte Liebesbrief
WÀhrenddessen entwickelte Wurm einen perfiden Plan, um die Liebenden zu trennen. Er schlug dem PrÀsidenten vor, Luises Vater unter einem Vorwand verhaften zu lassen und sie zu zwingen, einen kompromittierenden Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb zu schreiben.
Akt 3. Erpressung und Verzweiflung
Luises erzwungener Brief
Der Plan wurde in die Tat umgesetzt. Miller wurde verhaftet, und Luise, um ihren Vater zu retten, sah sich gezwungen, den Brief zu schreiben und zu schwören, dass sie ihn freiwillig verfasst habe. Die Situation stĂŒrzte sie in tiefe Verzweiflung.
Nein! nein, mein Vater! Ich bin eine groĂe SĂŒnderin â Ich hab' einen Eid gebrochen. Ich hab' meine Seele verwundet. O mein Herz ist böse, sehr böse!
Lady Milfords Wandlung und Abschied
Inzwischen besuchte Luise Lady Milford. In einem bewegenden GesprĂ€ch offenbarte sich die moralische GröĂe des BĂŒrgermĂ€dchens, was Lady Milford tief beeindruckte. Sie erkannte die Reinheit von Luises Liebe zu Ferdinand und ihre eigene zweifelhafte Position.
Diese Begegnung fĂŒhrte zu einem radikalen Entschluss: Lady Milford beschloss, dem Hof und ihrer Position zu entsagen. Sie schrieb einen Abschiedsbrief an den Herzog und verlieĂ die Stadt, um ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen.
Akt 4. Ferdinands Eifersucht und Rache
Die EnthĂŒllung des Briefes
Der gefĂ€lschte Liebesbrief erreichte Ferdinand. Von Eifersucht und Wut ĂŒberwĂ€ltigt, stellte er den Hofmarschall zur Rede und zwang ihn unter Todesdrohungen zur Wahrheit. Von Kalb, ein Feigling, gestand seine Unschuld, doch Ferdinand war bereits zu verblendet, um die Wahrheit zu erkennen.
Ferdinands fataler Entschluss
In seinem Schmerz und seiner Verzweiflung fasste Ferdinand einen furchtbaren Entschluss: Er wollte sich und Luise vergiften. Er kaufte Gift und plante, es in einer Limonade zu servieren. Sein Vater, der die Situation zu seinen Gunsten gewendet sah, spielte ein falsches Spiel und bestÀrkte Ferdinands Verdacht gegen Luise.
Akt 5. Tod und Wahrheit
Das vergiftete GetrÀnk
Ferdinand besuchte Luise ein letztes Mal. Er brachte die vergiftete Limonade mit und zwang sie durch geschickte Fragen dazu, den erzwungenen Eid zu brechen. Luise, die den Tod bereits ahnte, trank das Gift.
Gift! Gift habt ihr in den Trank geworfen! ... O meiner Seele erbarme dich, Gott der Erbarmer! ... Und muĂ ich jetzt schon dahin? Mein junges Leben, und keine Rettung!
Die spÀte Erkenntnis und der gemeinsame Tod
Im Angesicht des Todes enthĂŒllte Luise die Wahrheit ĂŒber den erzwungenen Brief. Ferdinand erkannte zu spĂ€t die Intrige seines Vaters und Wurms. Er hatte selbst auch von der Limonade getrunken und starb gemeinsam mit Luise.
Feierlich wĂ€lz' ich dir hier die gröĂte, grĂ€Ălichste HĂ€lfte zu; wie du damit zurecht kommen magst, siehe du selber. Hier, Barbar! Weide dich an der entsetzlichen Frucht deines Witzes!
Der PrĂ€sident, von Reue und Entsetzen ĂŒberwĂ€ltigt, wurde verhaftet. Wurm versuchte zu fliehen, gestand aber vorher die ganze Intrige. Miller, der zu spĂ€t kam um seine Tochter zu retten, verfluchte das Gold, das Ferdinand ihm gegeben hatte. Die Tragödie endete mit dem Tod der Liebenden und der Verhaftung der Schuldigen.