Schiller (Harnack)
Sehr kurze Zusammenfassung
Deutschland, 1759-1805. Die Biographie schildert das Leben des Dichters Friedrich Schiller von seiner Kindheit bis zu seinem Tod.
Zwischen dem historischen Schiller und der uns vertrauten Phantasieschöpfung ist der Ausgleich nicht immer leicht zu finden... sie hat erkannt, daß Schillers unermüdliche Arbeits- und Kampfesfreudigkeit aus dem Bewußtsein einer persönlichen, idealen Aufgabe hervorging.
Als junger Mann besuchte Schiller die Karlsschule, wo er Medizin studierte, aber heimlich an seinem Drama 'Die Räuber' arbeitete. Nach einer Zeit als Regimentsmedikus floh er aus Stuttgart, da ihm das Schreiben verboten wurde. In Mannheim wurde er Theaterdichter, geriet aber in finanzielle Not. In Leipzig und Dresden fand er Unterstützung durch Christian Gottfried Körner. 1787 ging er nach Weimar, wo er zunächst auf Distanz zu Goethe stieß.
In Jena wurde Schiller Professor für Geschichte und heiratete Charlotte von Lengefeld.
Trotz schwerer Krankheit schuf er seine bedeutendsten Werke wie 'Wallenstein', 'Maria Stuart' und 'Wilhelm Tell'. Die Freundschaft mit Goethe prägte seine späten Jahre. Am 9. Mai 1805 starb Schiller in Weimar, hinterließ aber ein reiches literarisches Erbe, das die deutsche Literatur nachhaltig beeinflusste.
Ausführliche Zusammenfassung nach Kapiteln
Kapitel 1. Kindheit und Jugend
Friedrich Schiller wurde 1759 geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater Johann Kaspar Schiller arbeitete als Offizier und Militärchirurg.
Seine frühe Kindheit verbrachte Schiller in Marbach und Lorch, wo er ersten Schulunterricht erhielt. Seine ältere Schwester Christophine war seine engste Vertraute in der Jugend.
Dies seine Saitenspiel zerbrach in Ihrer metallenen Hand... Schillers geistige Kraft zu morden, darauf zielten in den beiden nächsten Jahren alle Maßnahmen des Herzogs hin, bis sich die Lebenskraft in dem Gemarterten unwiderstehlich aufbäumte.
1767 zog die Familie nach Ludwigsburg, wo Schiller unter den Einfluss des Herzogs Karl Eugen geriet. Dieser zwang den jungen Schiller, statt Theologie an der Militärakademie zu studieren.
Kapitel 2. Die Räuber
Mit gewaltiger Energie tritt Schiller auf den dramatischen Schauplatz... aber er steigert die dort spannende und rührende Handlung zum Erschütternden und Niederschmetternden, und er leitete in sie eine Flut wilder Leidenschaft.
Mit seinem ersten Drama "Die Räuber" gelang Schiller der literarische Durchbruch. Das Stück handelt von den verfeindeten Brüdern Karl und Franz Moor. Während Karl zum Räuberhauptmann wird, intrigiert Franz gegen seinen Vater und Bruder. Das Drama thematisiert Freiheit, Moral und Gerechtigkeit in einer als korrupt empfundenen Gesellschaft. Die Uraufführung 1782 in Mannheim wurde ein großer Erfolg.
Kapitel 3. Der Regimentsmedikus
Nach Abschluss der Akademie wurde Schiller zum Regimentsmedikus des Regiments Augé ernannt. Diese Stellung empfand er als Strafe, da das Regiment hauptsächlich aus Invaliden bestand. Der Herzog wollte Schillers freien Geist kontrollieren. Um seine geringen Einnahmen aufzubessern, widmete sich Schiller verstärkt dem Schreiben und wurde zum Berufsschriftsteller.
Kapitel 4. Flüchtling und Theaterdichter
Als der Herzog Schiller verbot, andere als medizinische Schriften zu veröffentlichen, floh dieser aus Württemberg. In Mannheim versuchte er als Theaterdichter Fuß zu fassen, wurde aber von Dalberg enttäuscht. Auf dem Gut Bauerbach fand er bei Frau von Wolzogen Unterschlupf. Dort vollendete er "Luise Millerin" und knüpfte neue Beziehungen.
Kapitel 5. In Leipzig und Dresden
In Leipzig lernte Schiller den Juristen Christian Gottfried Körner kennen, der sein engster Freund und Förderer wurde.
Tief, bester Freund, habe ich das empfunden, und in der allgemeinen feurigen Gärung meiner Gefühle haben sich Kopf und Herz zu dem herkulischen Gelübde vereinigt, die Vergangenheit nachzuholen, und den edlen Wettlauf zum höchsten Ziel.
In Dresden vollendete Schiller sein Drama "Don Carlos" und arbeitete an der Zeitschrift "Thalia". Er verliebte sich in Charlotte von Kalb, aber die Beziehung blieb unerfüllt.
Kapitel 6. In Weimar
In Weimar traf Schiller erstmals auf Johann Wolfgang von Goethe, der ihm zunächst distanziert begegnete.
Öfters um Goethe zu sein würde mich unglücklich machen... Er macht seine Existenz wohltätig kund, aber nur wie ein Gott, ohne sich selbst zu geben... Mir ist er dadurch verhaßt, ob ich gleich seinen Geist von ganzem Herzen liebe.
Kapitel 7. Professur und Vermählung
Schiller erhielt eine Professur für Geschichte in Jena und heiratete Charlotte von Lengefeld, die ihm eine liebevolle und verständnisvolle Partnerin wurde.
Kapitel 8. Erkrankung, Philosophische Studien, Besuch in der Heimat
Eine schwere Erkrankung zwang Schiller, seine Lehrtätigkeit einzuschränken. Er widmete sich dem Studium der Kantischen Philosophie und entwickelte seine eigenen ästhetischen Theorien. Der Erbprinz von Augustenburg unterstützte ihn finanziell. Bei einem Besuch in der Heimat traf er seine Familie wieder und knüpfte Kontakte zum Buchhändler Cotta.
Kapitel 9. Freundschaftsbund mit Goethe, Horen und Musenalmanach
1794 begann die Freundschaft zwischen Schiller und Goethe, die für beide äußerst fruchtbar wurde. Gemeinsam gründeten sie die Zeitschrift "Die Horen" und den "Musenalmanach". Wilhelm von Humboldt wurde ein wichtiger Gesprächspartner für beide Dichter.
Kapitel 10. Gedankenlyrik, Xenien, Balladen
Schiller und Goethe verfassten gemeinsam die satirischen "Xenien" gegen ihre literarischen Gegner. Schiller schrieb in dieser Zeit auch bedeutende philosophische Gedichte und Balladen. Seine Gedankenlyrik verband philosophisches Denken mit poetischer Kraft.
Kapitel 11. Wallenstein
Mit der "Wallenstein"-Trilogie schuf Schiller sein bedeutendstes dramatisches Werk. Die Tragödie um den Feldherrn Wallenstein verband historische Fakten mit psychologischer Tiefe und wurde zu einem großen Bühnenerfolg. Schiller bewies darin seine Meisterschaft in der Charakterzeichnung und dramatischen Komposition.
Kapitel 12. Übersiedlung nach Weimar, Maria Stuart, Die Jungfrau von Orleans
Schiller zog nach Weimar und schrieb in rascher Folge die Dramen "Maria Stuart" und "Die Jungfrau von Orleans". Beide Werke zeigten seine Fähigkeit, historische Stoffe dramatisch zu gestalten und weibliche Hauptfiguren psychologisch überzeugend darzustellen.
Kapitel 13. Fernere dramaturgische Tätigkeit, Die Braut von Messina
Mit "Die Braut von Messina" experimentierte Schiller mit der Form der antiken Tragödie und führte den Chor wieder ein. Das Stück thematisiert das Schicksal einer Familie unter einem Fluch und zeigt Schillers Interesse an der griechischen Tragödie.
Kapitel 14. Wilhelm Tell, Neue Pläne und Aussichten
"Wilhelm Tell" wurde Schillers populärstes Drama. Er verzichtete darin auf tragische Elemente und schuf ein Freiheitsdrama, das das Schweizer Volk und seine alpine Heimat lebendig darstellte. Das Stück wurde besonders während der Befreiungskriege zu einem Symbol des Freiheitskampfes.
Kapitel 15. Letzte Lyrik, Demetrius, Ausgang
Eine unaussprechliche Milde durchdrang Schillers ganzes Wesen und gab sich kund in all seinem Urteilen und Empfinden; es war ein wahrer Gottesfrieden in ihm... Er wurde immer milder, sah das Leben aus höherem Gesichtspunkte an.
In seinen letzten Lebensjahren arbeitete Schiller trotz schwerer Krankheit an dem Drama "Demetrius", das unvollendet blieb. Seine späte Lyrik zeigte eine schwermütige und sehnsuchtsvolle Grundstimmung. Am 9. Mai 1805 starb Schiller in Weimar. Sein Freund Goethe würdigte ihn in einem bewegenden Nachruf. Körner gab später Schillers gesammelte Werke heraus, und sein Andenken wurde von Familie und Freunden bewahrt. Schillers Werk gewann im deutschen Volk immer größere Anerkennung und Liebe.