Schillers Leben (Schwab)
Sehr kurze Zusammenfassung
Württemberg, 1759-1805. Als Sohn eines Militärarztes geboren, besuchte Friedrich Schiller die vom Herzog gegründete Militärakademie, wo er zunächst Jura und später Medizin studierte. Trotz strenger Regeln entwickelte er sich heimlich zum Dichter.
Nach dem Erfolg seines Dramas 'Die Räuber' und einem Schreibverbot durch den Herzog floh er aus Stuttgart. In Mannheim, später in Leipzig und Dresden fand er Freunde und Förderer. Seine frühen Werke wie 'Kabale und Liebe' und 'Don Carlos' begründeten seinen Ruhm.
Von der Wiege meines Geistes an bis jetzt, da ich dieses schreibe, habe ich mit dem Schicksal gekämpft, und seitdem ich Freiheit des Geistes zu schätzen weiß, war ich dazu verurtheilt, sie zu entbehren.
In Weimar wurde er Professor für Geschichte und lernte Johann Wolfgang von Goethe kennen.
Trotz anfänglicher Distanz entwickelte sich zwischen beiden eine tiefe Freundschaft und fruchtbare Zusammenarbeit. Schiller heiratete Charlotte von Lengefeld und schuf in seinen letzten Lebensjahren seine bedeutendsten Werke: die Wallenstein-Trilogie, 'Maria Stuart', 'Die Jungfrau von Orleans' und 'Wilhelm Tell'. Von Krankheit gezeichnet, arbeitete er bis zu seinem Tod 1805 an neuen Projekten.
Seine letzten Jahre waren von intensiver literarischer Tätigkeit, philosophischen Studien und der Freundschaft mit Goethe geprägt, während er gleichzeitig gegen seine sich verschlechternde Gesundheit ankämpfte. Er starb im Alter von 45 Jahren in Weimar, als anerkannter Dichter der Freiheit und des Idealismus.
Ausführliche Zusammenfassung nach Büchern
Die Titel der Bücher und ihre Unterteilung in Kapitel sind redaktionell.
Buch 1. Jugend und erste literarische Erfolge
Herkunft und Ausbildung
Friedrich Schiller wurde 1759 in eine bürgerliche Familie hineingeboren. Seine Vorfahren waren seit dem 16. Jahrhundert als Bäcker und Schultheißen in württembergischen Dörfern tätig gewesen.
Herzog Carl von Württemberg nahm den jungen Schiller in seine Militärakademie, die Carlsschule, auf. Dort erhielt er zunächst eine juristische, später eine medizinische Ausbildung.
Durch Schillers alle Werke geht die Idee der Freiheit, und diese Idee nahm eine andre Gestalt an, so wie Schiller in seiner Cultur weiter ging, und selbst ein anderer wurde.
Die Räuber: Entstehung und Erfolg
Während seiner Zeit an der Carlsschule begann Schiller heimlich mit der Arbeit an seinem ersten Drama 'Die Räuber'. Das Stück wurde 1781 anonym veröffentlicht und ein Jahr später in Mannheim uraufgeführt. Wolfgang Heribert von Dalberg, der Intendant des Mannheimer Theaters, erkannte Schillers Talent und förderte ihn.
Flucht aus Stuttgart
Der Erfolg der 'Räuber' führte zu Konflikten mit Herzog Carl, der Schiller das weitere Schreiben verbot. Mit Hilfe seines Freundes Andreas Streicher floh Schiller 1782 aus Stuttgart nach Mannheim.
Buch 2. Wanderjahre und philosophische Entwicklung
Zeit in Mannheim und Dresden
In Mannheim arbeitete Schiller als Theaterdichter, doch die Zusammenarbeit mit Dalberg gestaltete sich schwierig. 1785 zog er nach Leipzig und später nach Dresden, wo er bei Christian Gottfried Körner Unterstützung fand.
Philosophische Studien und Kant
In Dresden vertiefte sich Schiller in philosophische Studien. Besonders die Werke Immanuel Kants prägten sein Denken. Wilhelm von Humboldt wurde zu einem wichtigen Gesprächspartner über philosophische und ästhetische Fragen.
Es ist ein eigen seltsam Ding um die gelehrten Frauen! Wenn sie einmal den ihnen angewiesenen Kreis verlassen, so durchfliegen sie mit schnellem, ahnendem Blicke unbegreiflich rasch die höhern Räume.
Professur in Jena und Heirat
1787 lernte Schiller in Rudolstadt Charlotte von Lengefeld kennen. Zwei Jahre später wurde er Professor für Geschichte in Jena und heiratete Charlotte. Die Ehe brachte ihm persönliches Glück und häusliche Stabilität.
Die ganze Weisheit des Menschen sollte allein darin bestehen, jeden Augenblick mit voller Kraft zu ergreifen, ihn so zu benutzen, als wäre es der einzige, letzte.
Buch 3. Die großen dramatischen Werke
Wallenstein-Trilogie
In den 1790er Jahren begann Schillers produktivste Phase als Dramatiker. Die 'Wallenstein'-Trilogie, bestehend aus 'Wallensteins Lager', 'Die Piccolomini' und 'Wallensteins Tod', wurde sein umfangreichstes und bedeutendstes Werk. Johann Wolfgang von Goethe unterstützte ihn dabei mit Rat und Kritik.
Maria Stuart und Die Jungfrau von Orleans
Nach 'Wallenstein' schuf Schiller in rascher Folge weitere bedeutende Dramen. 'Maria Stuart' wurde 1800 uraufgeführt, gefolgt von 'Die Jungfrau von Orleans' 1801. Beide Werke zeigten Schillers Meisterschaft in der Darstellung historischer Stoffe und starker weiblicher Charaktere.
Die letzten Jahre und der Tod
In seinen letzten Lebensjahren schuf Schiller trotz zunehmender Krankheit noch 'Die Braut von Messina' und 'Wilhelm Tell'. Seine Gesundheit verschlechterte sich zusehends, doch er arbeitete bis zuletzt an seinem unvollendeten Drama 'Demetrius'.
Wenn ich nicht mehr bin, wird man meinen Werken Gerechtigkeit widerfahren lassen. Die Mißgunst wird mit dem Leichnam versinken, und allgemeine Liebe wird der Lohn der Anstrengungen sein.
Am 9. Mai 1805 starb Friedrich Schiller in Weimar. Sein Tod erschütterte besonders Goethe, der seinen Freund und Wegbegleiter in dem berühmten 'Epilog zu Schillers Glocke' würdigte.
Der Tod kann kein Uebel seyn, weil er etwas Allgemeines ist... dann sah er sanft lächelnd in die Höhe, als begrüßte ihn eine tröstende Erscheinung.