Turandot (Schiller)
Sehr kurze Zusammenfassung
China, mÀrchenhafte Zeit. Die kaiserliche Prinzessin Turandot stellte jedem Freier drei RÀtsel: Wer sie löste, durfte sie heiraten, wer scheiterte, wurde hingerichtet.
Der fremde Prinz Kalaf sah ihr Bildnis und verliebte sich sofort. Trotz aller Warnungen wollte er sein Leben fĂŒr ihre Hand wagen.
Im Palast löste Kalaf alle drei RĂ€tsel Turandots. Um ihr eine letzte Chance zu geben, bot er ihr ein GegenrĂ€tsel an: Wenn sie bis zum nĂ€chsten Morgen seinen Namen und seine Herkunft herausfĂ€nde, wĂŒrde er sterben. Turandot versuchte verzweifelt, das Geheimnis zu lĂŒften. Ihre Sklavin Adelma erkannte in Kalaf einen Prinzen, den sie frĂŒher geliebt hatte, und verriet Turandot die Namen.
Als Kalaf am nÀchsten Morgen erschien, nannte Turandot triumphierend seinen Namen. Verzweifelt wollte er sich töten, doch sie hielt ihn auf.
Lebt, Kalaf! Leben sollt Ihr â und fĂŒr mich! Ich bin besiegt. Ich will mein Herz nicht mehr verbergen... Ach, es war Euer, gleich im ersten Augenblick, da ich Euch sah!
Turandot gestand, dass sie die Namen durch List erfahren hatte. Sie hatte sich lĂ€ngst in Kalaf verliebt und wollte nun freiwillig seine Frau werden. Adelma, die Kalaf fĂŒr sich gewinnen wollte, versuchte sich zu töten, wurde aber gerettet und erhielt vom Kaiser ihre Freiheit zurĂŒck. Kalaf erfuhr, dass sein totgeglaubter Vater noch lebte und sein Königreich zurĂŒckgewonnen hatte. So fand die Geschichte ein glĂŒckliches Ende.
AusfĂŒhrliche Zusammenfassung nach Akten
Die Titel der Akte und ihre Einteilung in Szenen sind redaktionell.
Akt 1. Die Ankunft des unbekannten Prinzen
Kalaf erfÀhrt von Turandots grausamem RÀtselspiel
In der Vorstadt von Peckin traf ein unbekannter Prinz auf seinen alten Diener Barak. Der Fremde stellte sich als Kalaf vor, Sohn des vertriebenen Königs von Astrachan.
Barak berichtete ihm von der grausamen Prinzessin Turandot, die jeden Freier hinrichten lieĂ, der ihre drei RĂ€tsel nicht lösen konnte. Ihre Köpfe waren ĂŒber dem Stadttor aufgespieĂt. Gerade erst war der Prinz von Samarcand diesem Schicksal zum Opfer gefallen.
Ich sehe durch ganz Asien das Weib erniedrigt und zum Sklavenjoch verdammt, und rÀchen will ich mein beleidigtes Geschlecht an diesem stolzen MÀnnervolke.
Kalafs Entschluss zur Bewerbung trotz aller Warnungen
Trotz Baraks eindringlicher Warnungen fasste Kalaf den Entschluss, sich der Probe zu stellen. Als er das Bildnis der Prinzessin sah, war er von ihrer Schönheit ĂŒberwĂ€ltigt und lieĂ sich nicht mehr von seinem Vorhaben abbringen.
Tod oder Turandot! Es gibt kein Drittes. Entweder ist's der Götter SchluĂ und Rath, durch den Besitz der himmlischen Prinzessin mich zu beglĂŒcken â oder enden soll dies Leben!
Akt 2. Die RĂ€tselprobe im Divan
Turandots Auftritt und ihre Rechtfertigung
Im groĂen Saal des Divans versammelte sich der kaiserliche Hof. Kaiser Altoum versuchte vergeblich, den unbekannten Prinzen von seinem Vorhaben abzubringen.
Die drei RĂ€tsel und Kalafs Triumph
Turandot erschien in prachtvoller Kleidung und stellte Kalaf ihre drei RĂ€tsel. Das erste handelte vom Jahr mit seinen Tagen und NĂ€chten, das zweite vom menschlichen Auge, und das dritte vom Pflug. Zu ihrer BestĂŒrzung löste Kalaf alle drei RĂ€tsel richtig.
Ich hasse ihn, ja. Abscheulich ist er mir! Er hat im Divan meinen Ruhm vernichtet. In allen Landen wird man meine Schande erfahren, meiner Niederlage spotten. O, rette mich!
Akt 3. Turandots Gegenspiel beginnt
Die Verschwörung zur Entdeckung von Kalafs Namen
Um der Hochzeit zu entgehen, stellte Turandot Kalaf eine neue Bedingung: Wenn sie bis zum nĂ€chsten Morgen seinen Namen herausfĂ€nde, mĂŒsse er sterben. Ihre Sklavin Adelma, eine tartarische Prinzessin, versprach ihr zu helfen.
Adelmas vergebliche VerfĂŒhrungsversuche
In der Nacht versuchten verschiedene Gesandte Turandots, Kalaf seinen Namen zu entlocken. Auch Adelma, die sich als seine heimliche Verehrerin aus frĂŒheren Zeiten zu erkennen gab, versuchte ihn zur Flucht zu ĂŒberreden. Doch Kalaf blieb standhaft.
Akt 4. Die Gefangennahme von Timur und Barak
Das Verhör im Serail
Durch eine unbedachte ĂuĂerung von Skirina, Baraks Frau, erfuhr Turandot von zwei MĂ€nnern, die Kalaf kannten. Sie lieĂ Barak und einen alten Mann gefangen nehmen und ins Serail bringen.
Turandots erste Regung von Mitleid
Unter Androhung von Folter versuchte Turandot, die Namen von den Gefangenen zu erpressen. Der alte Mann entpuppte sich als Timur, Kalafs Vater. Seine wĂŒrdevolle Haltung und sein Schicksal bewegten Turandot erstmals zu Mitleid.
Sein tiefer Jammer rĂŒhrt mich, Zelima! Ich weiĂ mein Herz nicht mehr vor ihm zu schĂŒtzen... O, so ergebt Euch einmal! Macht ein Ende! Ihr seht, Ihr hört, das Volk wird ungeduldig!
Akt 5. Die Entscheidung
Der letzte Divan und Turandots Wandlung
Am nĂ€chsten Morgen verkĂŒndete Turandot triumphierend im Divan Kalafs Namen. In seiner Verzweiflung wollte sich dieser das Leben nehmen.
Ja, Unversöhnliche! Sieh hier den Kalaf, den du kennst â den du als einen namenlosen Fremdling haĂtest, den du jetzt kennst und fortfĂ€hrst zu verschmĂ€hn!
Du sollst befriedigt werden, Grausame. Nicht lĂ€nger soll mein Anblick diese Sonne beleidigen â Zu deinen FĂŒĂen â [Er zieht einen Dolch und will sich durchstechen.]
Adelmas GestĂ€ndnis und die glĂŒckliche Lösung
In diesem Moment warf sich Turandot dazwischen und gestand, dass sie Kalaf liebe. Adelma enthĂŒllte, dass sie aus Liebe zu Kalaf und Hass auf Turandot deren Sklavin die Namen entlockt hatte. Der Kaiser gewĂ€hrte ihr die Freiheit und die RĂŒckkehr in ihr Reich. Kalaf und Turandot wurden vereint, und die Geschichte fand ein glĂŒckliches Ende.