Wallenstein (Schiller)
Sehr kurze Zusammenfassung
Pilsen und Eger, 1634. Der kaiserliche Feldherr Wallenstein plant, sich gegen den Kaiser zu erheben.
Als der Kaiser seine Absetzung plant, zögert Wallenstein mit der Entscheidung zum offenen Aufstand. In dieser Situation ringt er mit sich selbst:
Wär's möglich? Könnt' ich nicht mehr, wie ich wollte? Nicht mehr zurück, wie mir's beliebt? Ich müßte die That vollbringen, weil ich sie gedacht, nicht die Versuchung von mir wies...
Sein engster Vertrauter Octavio Piccolomini arbeitet insgeheim gegen ihn.
Die Situation wird durch die Liebe zwischen Wallensteins Tochter Thekla und Octavios Sohn Max kompliziert.
Als Wallenstein sich endlich zum Verrat entschließt, verlassen ihn die meisten seiner Truppen. Max, zwischen Liebe zu Thekla und Pflicht gegenüber dem Kaiser zerrissen, fällt im Kampf. Thekla flieht zu seinem Grab und stirbt. Wallenstein zieht sich nach Eger zurück, wo ihn seine eigenen Offiziere im Auftrag des Kaisers ermorden. Seine Schwägerin, Gräfin Terzky, nimmt sich das Leben. Octavio wird zum Fürsten erhoben, bleibt aber erschüttert zurück.
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Die Titel der Teile und ihre Unterteilung in Abschnitte sind redaktionell.
Wallensteins Lager. Exposition der Machtverhältnisse
Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte; doch euren Augen soll ihn jetzt die Kunst, auch eurem Herzen menschlich näher bringen.
Das Leben im Lager und die Loyalität der Soldaten
Im Lager vor Pilsen herrschte reges Treiben. Soldaten verschiedener Regimenter, Marketenderinnen und Bauern bevölkerten die Szene. Die Soldaten diskutierten über ihre Loyalität zu ihrem Feldherrn Wallenstein und die Gerüchte über dessen möglichen Verrat am Kaiser.
Die Intrige beginnt: Der gefälschte Treueeid
Graf Terzky und Illo, enge Vertraute Wallensteins, schmiedeten einen Plan. Sie wollten die Obersten durch einen gefälschten Treueeid an Wallenstein binden. Bei einem Festbankett sollten die Offiziere eine Loyalitätserklärung unterschreiben, aus der der entscheidende Vorbehalt gegenüber dem Kaiser später entfernt werden sollte.
Die Piccolomini. Verrat und Loyalitätskonflikt
Questenberg und die kaiserliche Botschaft
Octavio Piccolomini, ein enger Vertrauter Wallensteins, erhielt heimlich vom Kaiser den Auftrag, Wallenstein zu überwachen. Als der kaiserliche Gesandte Questenberg in Pilsen eintraf, um Wallensteins Macht einzuschränken, spitzten sich die Ereignisse zu.
Max und Thekla: Aufkeimende Liebe
Max Piccolomini, Octavios Sohn, kehrte von einer Mission zurück und brachte Wallensteins Familie nach Pilsen. Dabei verliebte er sich in Wallensteins Tochter Thekla. Ihre aufkeimende Liebe stand unter keinem guten Stern, da sich die politischen Spannungen zwischen ihren Vätern verschärften.
Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort, das schwer sich handhabt, wie des Messers Schneide; aus ihrem heißen Kopfe nimmt sie keck der Dinge Maß, die nur sich selber richten.
Octavios geheime Mission und Max' Zwiespalt
Während Octavio im Geheimen Wallensteins Sturz vorbereitete, geriet Max in einen tiefen Gewissenskonflikt. Er musste sich zwischen seiner Liebe zu Thekla und seiner Loyalität zum Kaiser entscheiden. Die Gräfin Terzky versuchte geschickt, Max durch Thekla an Wallenstein zu binden.
Wallensteins Tod. Der Weg in die Katastrophe
Wallensteins Verhandlungen mit den Schweden
Wallenstein verhandelte mit dem schwedischen Oberst Wrangel über ein Bündnis gegen den Kaiser. Die Schweden forderten als Pfand die Übergabe von Prag. Wallenstein zögerte zunächst, wurde aber von der Gräfin Terzky zur Entscheidung gedrängt. Seine Sterndeuterei bestärkte ihn in dem Glauben, der richtige Moment sei gekommen.
Es denkt der Mensch, die freie That zu thun, umsonst! Er ist das Spielwerk nur der blinden Gewalt, die aus der eignen Wahl ihm schnell die furchtbare Nothwendigkeit erschafft.
Der Abfall der Generäle
Octavio deckte Wallensteins Verrat auf und zeigte den Generälen einen kaiserlichen Brief, der ihn zum neuen Oberbefehlshaber ernannte. Die meisten Generäle, darunter auch Isolani, wechselten die Seiten. Buttler, der sich von Wallenstein persönlich gekränkt fühlte, schwor Rache und plante dessen Ermordung.
Max' tragisches Ende
Max Piccolomini, zerrissen zwischen seiner Liebe zu Thekla und seiner Pflicht gegenüber dem Kaiser, entschied sich schweren Herzens für die Pflicht. In einer letzten Begegnung mit Wallenstein und Thekla nahm er Abschied. Er führte einen verzweifelten Angriff mit seinen Pappenheimer Kürassieren und fand dabei den Tod.
Das Herz ist Gottes Stimme, Menschenwerk ist aller Klugheit künstliche Berechnung. Was kann aus blut'ger That Euch Glückliches gedeihen? O, aus Blut entspringt nichts Gutes!
Wallensteins letzte Tage in Eger
Nach dem Abfall seiner Generäle floh Wallenstein mit seinen letzten Getreuen nach Eger. Seine Frau ahnte das drohende Unheil. Thekla, vom Tod Max' erschüttert, floh zum Grab ihres Geliebten. In Eger bereitete Buttler mit seinen Vertrauten die Ermordung Wallensteins vor.
O! das kann nicht gut endigen – und mag sich's entscheiden, wie es will, ich sehe ahnend die unglückselige Entwicklung nahen. Denn dieser Königliche, wenn er fällt, wird eine Welt im Sturze mit sich reißen...
In seiner letzten Nacht hatte Wallenstein eine Unterredung mit Seni, seinem Astrologen. Trotz dessen Warnungen und der Bitten Gordons, sich dem Kaiser zu unterwerfen, blieb Wallenstein seiner Überzeugung treu. Buttlers Männer drangen in sein Schlafgemach ein und ermordeten ihn. Die Gräfin Terzky nahm Gift, als sie vom Tod ihres Schwagers erfuhr.
Es ist der Krieg ein roh, gewaltsam Handwerk. Man kommt nicht aus mit sanften Mitteln, Alles läßt sich nicht schonen. Wollte man's erpassen, bis sie zu Wien aus vier und zwanzig Uebeln das kleinst ausgewählt...
Octavio Piccolomini, von Kaiser Ferdinand zum Fürsten erhoben, stand am Ende vor den Trümmern seines Sieges. Sein Sohn war tot, sein ehemaliger Freund ermordet, und die Tragödie hatte alle Beteiligten in den Abgrund gerissen. Die Geschichte von Macht, Verrat und Treue endete in einer Katastrophe, die keine Sieger kannte.