Hamlet (Shakespeare)
Sehr kurze Zusammenfassung
Dänemark, Schloss Helsingör, Mittelalter. Der Geist von Hamlets verstorbenem Vater erschien den Wachen und enthüllte seinem Sohn, dass der neue König Claudius, Hamlets Onkel, ihn ermordet hatte, um den Thron und die Königin zu gewinnen.
Um den Mord aufzudecken, täuschte Hamlet Wahnsinn vor und stieß seine Geliebte Ophelia zurück. In einem Moment tiefer Verzweiflung reflektierte er über Leben und Tod.
Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage: Ob's edler im Gemüt, die Pfeil' und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden, oder, sich waffnend gegen eine See von Plagen, durch Widerstand sie enden.
Hamlet ließ Schauspieler eine Mordszene aufführen, die der Ermordung seines Vaters ähnelte. Die Reaktion des Königs bestätigte dessen Schuld. In seiner Verwirrung tötete Hamlet versehentlich Ophelias Vater Polonius. Daraufhin wurde er nach England geschickt, während Ophelia vor Kummer wahnsinnig wurde und ertrank.
Ophelias Bruder Laertes kehrte zurück und forderte Rache. Der König arrangierte einen vergifteten Fechtkampf zwischen Hamlet und Laertes. Dabei starben die Königin durch vergifteten Wein, Laertes durch sein eigenes vergiftetes Schwert, Hamlet durch eine Wunde mit derselben Klinge und der König durch Hamlets Hand.
Sterbend ernannte Hamlet den norwegischen Prinzen Fortinbras zu seinem Nachfolger. Horatio, sein treuer Freund, blieb am Leben, um die Geschichte zu erzählen. Fortinbras ordnete an, Hamlet mit militärischen Ehren zu bestatten.
Ausführliche Zusammenfassung nach Aufzügen und Szenen
Die Titel der Aufzüge und Szenen sind redaktionell.
Erster Aufzug. Der Geist und Hamlets Auftrag
Erste Szene. Die Wache sieht den Geist
Auf der Terrasse des Schlosses Helsingör in Dänemark beobachteten die Wachen Marcellus und Bernardo eine unheimliche Erscheinung: Der Geist des kürzlich verstorbenen Königs erschien ihnen in voller Rüstung. Sie riefen Horatio, einen Freund des Prinzen Hamlet, als Zeugen hinzu.
Als der Geist erneut erschien, erkannte Horatio tatsächlich die Gestalt des verstorbenen Königs. Die Erscheinung verschwand jedoch, ohne zu sprechen. Horatio deutete dies als böses Omen für Dänemark und beschloss, Prinz Hamlet davon zu berichten.
Zweite Szene. Der neue König und Hamlets Trauer
Im Thronsaal hielt der neue König Claudius Hof. Er hatte nicht nur den Thron seines verstorbenen Bruders übernommen, sondern auch dessen Witwe Gertrude geheiratet. Während er Staatsgeschäfte regelte, fiel sein Stiefsohn Hamlet durch seine tiefe Trauer auf.
O schmölze doch dies allzu feste Fleisch, zerging' und löst' in einen Tau sich auf! Oder hätte nicht der Ew'ge sein Gebot gerichtet gegen Selbstmord! O Gott! O Gott! Wie ekel, schal und flach und unersprießlich scheint mir das ganze Treiben dieser Welt!
Dritte Szene. Laertes' Abreise und Ophelias Versprechen
Laertes, der Sohn des königlichen Beraters Polonius, bereitete sich auf seine Abreise nach Frankreich vor. Er warnte seine Schwester Ophelia vor Hamlets Liebesschwüren, die er für unbeständig hielt.
Vierte Szene. Hamlet trifft den Geist
In der Nacht begab sich Hamlet mit Horatio und Marcellus auf die Schlosswache. Der Geist erschien tatsächlich und winkte Hamlet, ihm zu folgen. Trotz der Warnungen seiner Begleiter folgte der Prinz der Erscheinung seines Vaters.
Fünfte Szene. Der Geist enthüllt den Mord
Der Geist offenbarte Hamlet die schreckliche Wahrheit: König Claudius hatte seinen eigenen Bruder ermordet, indem er ihm Gift ins Ohr träufelte, während dieser im Garten schlief. Dann hatte er sich die Krone und Hamlets Mutter angeeignet. Der Geist forderte Hamlet auf, diesen Mord zu rächen, mahnte ihn aber, seiner Mutter gegenüber Schonung zu üben.
Die Zeit ist aus den Fugen: Schmach und Gram, dass ich zur Welt, sie einzurichten, kam! Nun kommt, lasst uns zusammen gehn!
Zweiter Aufzug. Hamlets vorgetäuschter Wahnsinn
Erste Szene. Polonius' Spionage
Um seinen Plan zur Rache umzusetzen, begann Hamlet, Wahnsinn vorzutäuschen. Polonius vermutete, dass Hamlets seltsames Verhalten auf zurückgewiesene Liebe zu Ophelia zurückzuführen sei. Er schickte einen Spion nach Paris, um das Verhalten seines Sohnes Laertes zu überwachen, und berichtete dem König von seiner Theorie über Hamlets Zustand.
Zweite Szene. Die Schauspieler kommen an
Eine Gruppe von Schauspielern traf am Hof ein. Hamlet begrüßte sie herzlich und bat sie, ein bestimmtes Stück aufzuführen, in das er selbst eine Szene einfügen wollte. Diese sollte die Ermordung seines Vaters nachstellen, um Claudius' Reaktion zu beobachten und seine Schuld zu beweisen.
Denn Mord, hat er schon keine Zunge, spricht mit wundervollen Stimmen. Sie sollen was wie die Ermordung meines Vaters spielen vor meinem Oheim: ich will seine Blicke beachten, will ihn bis ins Leben prüfen.
Dritter Aufzug. Die Mausefalle und ihre Folgen
Erste Szene. Sein oder Nichtsein
Während der Vorbereitungen für das Schauspiel haderte Hamlet in seinem berühmten Monolog mit der Frage nach Leben und Tod. Er begegnete Ophelia und behandelte sie grausam, um seine vorgetäuschte Verrücktheit zu unterstreichen. Der König und Polonius, die das Gespräch heimlich beobachteten, waren nun überzeugt, dass nicht verschmähte Liebe der Grund für Hamlets seltsames Verhalten war.
Zweite Szene. Das Schauspiel entlarvt den König
Am Abend wurde das Schauspiel 'Die Ermordung des Gonzago' vor dem Hof aufgeführt. Als die Szene gespielt wurde, in der der König durch Gift im Ohr getötet wird, reagierte Claudius heftig und verließ aufgewühlt den Saal. Für Hamlet war dies der Beweis für die Schuld seines Onkels.
Dritte Szene. Der König beim Gebet
Nach dem Schauspiel fand Hamlet den König beim Beten. Obwohl dies eine günstige Gelegenheit zur Rache gewesen wäre, zögerte er. Er befürchtete, dass ein Tod während des Gebets Claudius' Seele retten könnte, und beschloss, auf einen Moment zu warten, in dem der König in Sünde verstrickt wäre.
Vierte Szene. Polonius' Tod
Stattdessen ging Hamlet zu seiner Mutter, um ihr Vorwürfe wegen ihrer überstürzten Heirat zu machen. Polonius versteckte sich hinter einem Wandteppich, um das Gespräch zu belauschen. Als Hamlet eine Bewegung hörte, stieß er mit seinem Schwert durch den Teppich und tötete den lauschenden Polonius. Diese impulsive Tat sollte weitreichende Folgen haben.
Vierter Aufzug. Ophelias Wahnsinn und Tod
Erste bis Dritte Szene. Die Folgen von Polonius' Tod
Nach dem Tod des Polonius schickte Claudius Hamlet nach England, angeblich zu seiner Sicherheit. In Wirklichkeit hatte er einen Brief mitgegeben, der Hamlets Hinrichtung in England anordnete. Hamlet durchschaute den Plan, fing den Brief ab und ersetzte ihn durch einen gefälschten, der stattdessen die Hinrichtung seiner Begleiter Rosenkranz und Güldenstern anordnete.
Vierte und Fünfte Szene. Ophelias Wahnsinn
Der Tod ihres Vaters und Hamlets scheinbare Geisteskrankheit hatten Ophelia in tiefe Verzweiflung gestürzt. Sie verlor den Verstand, sang verwirrte Lieder und verteilte symbolische Blumen. Ihr Bruder Laertes kehrte aus Frankreich zurück und schwor, sich an Hamlet für den Tod seines Vaters zu rächen.
Oh, welch ein edler Geist ist hier zerstört! Des Hofmanns Auge, des Gelehrten Zunge, des Kriegers Arm, des Staates Blum' und Hoffnung, der Sitte Spiegel und der Bildung Muster, das Merkziel der Betrachter: ganz, ganz hin!
Sechste und Siebente Szene. Ophelias Tod und Laertes' Rache
In ihrem Wahnsinn ertrank Ophelia in einem Bach, als sie Blumengirlanden aufhängen wollte. Claudius nutzte Laertes' Rachsucht für seine eigenen Zwecke. Er schlug einen Fechtkampf zwischen Hamlet und Laertes vor, bei dem Laertes ein vergiftetes Schwert verwenden sollte. Als zusätzliche Sicherheit bereitete der König einen vergifteten Weinkelch für Hamlet vor.
Fünfter Aufzug. Das tragische Ende
Erste Szene. Ophelias Begräbnis
Hamlet kehrte nach Dänemark zurück und traf auf dem Friedhof ein, als gerade Ophelias Begräbnis stattfand. Als Laertes in seiner Trauer in ihr Grab sprang, folgte Hamlet ihm und beide gerieten in einen heftigen Streit. Der König nutzte diese Gelegenheit, um den geplanten Fechtkampf vorzuschlagen.
In Bereitschaft sein ist alles. Da kein Mensch weiß, was er verläßt, was kommt darauf an, frühzeitig zu verlassen? Mag's sein!
Zweite Szene. Der tödliche Fechtkampf
Der Fechtkampf begann. Während des Kampfes trank die Königin unwissentlich aus dem vergifteten Kelch, der für Hamlet bestimmt war. Laertes verwundete Hamlet mit dem vergifteten Schwert, doch im Handgemenge tauschten sie versehentlich die Waffen, und Hamlet verletzte auch Laertes tödlich. Die sterbende Königin enthüllte, dass sie vergiftet wurde.
Der sterbende Laertes gestand den Komplott und enthüllte die Rolle des Königs. Hamlet erstach Claudius mit dem vergifteten Schwert und zwang ihn, den Rest des vergifteten Weins zu trinken. Bevor Hamlet selbst dem Gift erlag, ernannte er den norwegischen Prinzen Fortinbras zu seinem Nachfolger und bat Horatio, seine Geschichte der Nachwelt zu überliefern.
Das starke Gift bewältigt meinen Geist; ich kann von England nicht die Zeitung hören, doch prophezei' ich, die Erwählung fällt auf Fortinbras: er hat mein sterbend Wort. Der Rest ist Schweigen.
Fortinbras traf ein und übernahm die Herrschaft über Dänemark. Er ordnete an, dass Hamlet mit militärischen Ehren bestattet werden sollte. So endete die Tragödie mit dem Tod der gesamten königlichen Familie und der Thronbesteigung eines neuen Herrschers.