Unterm Rad (Hesse)

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Unterm Rad
1906
Inhaltsangabe des Romans
Das Original liest sich in 317 Minuten
Kurzbeschreibung
Ein begabter Schüler kam ins Priesterseminar. Die Freundschaft mit einem Rebellen und der Leistungsdruck machten ihn krank. Nach einer gescheiterten Liebe und Lehre fand man ihn tot im Fluss.

Sehr kurze Zusammenfassung

In einer kleinen württembergischen Stadt lebte der begabte Schüler Hans Giebenrath, der von Lehrern und seinem Vater zum Lernen gedrängt wurde. Nach intensiver Vorbereitung bestand er das Landexamen für das theologische Seminar als Zweiter.

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Hans Giebenrath — begabter, sensibler junge von 14-15 jahren, seminarist, später mechanikerlehrling, zart gebaut mit feinem gesicht und überlegenen augen, pflichtbewusst und ehrgeizig.

Im Kloster Maulbronn freundete sich Hans mit dem rebellischen Hermann Heilner an.

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Hermann Heilner — hans' freund im seminar, 14-15 jahre alt, dichterisch begabt, rebellisch, sensibel und schwärmerisch, aus gutem hause.

Die Freundschaft und der ständige Leistungsdruck belasteten Hans zunehmend. Nach Heilners Flucht aus dem Seminar und anschließendem Schulverweis verschlechterten sich Hans' Leistungen dramatisch. Er wurde krank nach Hause geschickt. Dort verliebte er sich in Emma, die Nichte des Schuhumachers Flaig, die jedoch bald wieder abreiste. Sein Vater drängte ihn, eine Mechanikerlehre zu beginnen. Nach einem missglückten Ausflug mit seinen neuen Kollegen, bei dem er zu viel trank, verschwand Hans.

Niemand wußte auch, wie er ins Wasser geraten sei... Vielleicht hatte der Anblick des schönen Wassers ihn gelockt, daß er sich darüber beugte und da ihm Nacht und Mondblässe so voll Frieden...

Man fand seine Leiche im Fluss. Bei der Beerdigung deutete der Schuster Flaig an, dass die Schulmeister und ihre übertriebenen Anforderungen mitschuldig an Hans' Tod seien. Der einst so hoffnungsvolle Schüler war am Bildungssystem und seinen eigenen zerbrochenen Träumen zugrunde gegangen.

Ausführliche Zusammenfassung nach Kapiteln

Die Kapiteltitel sind redaktionell.

Kapitel 1. Hans' Begabung und die Vorbereitung auf das Landexamen

In einer kleinen Schwarzwaldstadt lebte der junge Hans Giebenrath, ein außergewöhnlich begabter Schüler. Er wurde von seinen Lehrern intensiv auf das bevorstehende Landexamen vorbereitet, das über seine Aufnahme ins theologische Seminar entscheiden würde.

Sein Vater war ein durchschnittlicher Kleinbürger ohne besondere Eigenschaften, der jedoch große Hoffnungen in seinen Sohn setzte.

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Joseph Giebenrath — hans' vater, zwischenhändler und agent, mittleren alters, durchschnittlicher kleinbürger ohne besondere eigenschaften, auf seinen sohn stolz.

Es war etwas in ihm, etwas Wildes, Regelloses, Kulturloses, das mußte erst zerbrochen werden, eine gefährliche Flamme, die mußte erst gelöscht und ausgetreten werden.

Hans' Vorbereitung auf das Examen war intensiv und vereinnahmend. Neben dem regulären Unterricht erhielt er Zusatzstunden in Griechisch beim Rektor, in Latein und Religion beim Stadtpfarrer und in Mathematik bei einem weiteren Lehrer. Auch der fromme Schuhmacher Flaig nahm sich seiner an und versuchte, ihn geistlich zu fördern.

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Schuhmacher Flaig — frommer handwerker mittleren alters, pietist, hans' väterlicher freund und berater.

Für seine Studien musste Hans viele Freuden der Kindheit aufgeben - das Angeln, seine Kaninchenzucht und die Spiele mit anderen Kindern. Die intensive Vorbereitung forderte ihren Tribut: Er litt zunehmend unter Kopfschmerzen und Erschöpfung.

Kapitel 2. Das Landexamen in Stuttgart

In Stuttgart angekommen, fühlte sich Hans von der großen Stadt eingeschüchtert. Die Prüfungen verliefen zunächst gut, besonders in Latein. Doch beim Griechischen und beim deutschen Aufsatz plagten ihn Selbstzweifel. Die mündliche Prüfung überstand er mit Mühe.

Zu seiner großen Überraschung erfuhr Hans nach der Rückkehr, dass er das Examen als Zweiter bestanden hatte. Diese Nachricht erfüllte nicht nur ihn, sondern auch seinen Vater und die Lehrer mit Stolz. Als Belohnung durfte er in den Sommerferien wieder angeln.

Kapitel 3. Eintritt ins Kloster Maulbronn

Im Herbst trat Hans in das Kloster Maulbronn ein, wo er mit anderen Seminaristen in der Stube 'Hellas' untergebracht wurde. Der Übergang war nicht leicht - die strenge Ordnung und das Zusammenleben mit den anderen Jungen stellten eine große Umstellung dar.

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Der Ephorus — leiter des seminars, älterer mann, eitel und autoritär, auf seinen einfluss bedacht.

Zwischen Gesetz und Geist und immer wieder sehen wir Staat und Schule atemlos bemüht, die alljährlich auftauchenden paar tieferen und wertvolleren Geister totzuschlagen und an der Wurzel zu knicken.

Kapitel 4. Freundschaft mit Hermann Heilner

In Maulbronn lernte Hans den rebellischen und künstlerisch begabten Hermann Heilner kennen. Trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere entwickelte sich zwischen den beiden eine enge Freundschaft.

Diese Freundschaft wirkte sich jedoch negativ auf Hans' schulische Leistungen aus. Heilner zog ihn von seinen Studien ab, und Hans' Noten begannen zu sinken. Der Ephorus und die anderen Lehrer sahen diese Entwicklung mit Sorge.

Nun lag das überhetzte Rößlein am Weg und war nimmer zu brauchen. Vor nichts graut Lehrern so sehr wie vor den seltsamen Erscheinungen, die am Wesen früh entwickelter Knaben hervortreten.

Kapitel 5. Heilners Flucht und Hans' Zusammenbruch

Die Situation eskalierte, als Heilner sich den strengen Regeln des Seminars widersetzte und schließlich aus dem Kloster floh. Hans, der seinen einzigen Freund verloren hatte, geriet in eine tiefe Krise. Seine Leistungen verschlechterten sich weiter, und er litt zunehmend unter körperlichen und seelischen Beschwerden.

Schließlich erlitt Hans einen Zusammenbruch während des Unterrichts. Die Ärzte diagnostizierten einen nervösen Schwächezustand, und er wurde nach Hause geschickt, um sich zu erholen.

Kapitel 6. Rückkehr in die Heimat

Zurück in seiner Heimatstadt fand Hans sich in einer veränderten Welt wieder. Seine ehemaligen Schulkameraden waren ihm fremd geworden, und er fühlte sich nirgends mehr zugehörig. Sein Vater beschloss, dass Hans eine Mechanikerlehre beginnen sollte.

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August — hans' früherer schulfreund, etwa 15-16 jahre alt, mechanikerlehrling.

In dieser Zeit traf er seinen alten Schulfreund August wieder, der bereits als Mechanikerlehrling arbeitete. August ermutigte Hans, ebenfalls diese Lehre zu beginnen, und versprach ihm seine Unterstützung.

Kapitel 7. Erste Liebe und tragisches Ende

Während dieser Zeit lernte Hans die lebhafte Emma kennen, die Nichte des Schuhmachers Flaig. Sie war einige Jahre älter als er und weckte in ihm erste Gefühle der Liebe.

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Emma — nichte des schuhumachers flaig, etwa 18-19 jahre alt, lebhaft und verführerisch, aus heilbronn.

So erfuhr er, vielleicht viel zu früh, seinen Teil vom Geheimnis der Liebe, und es enthielt für ihn wenig Süßes und viel Bitteres. Tage voll fruchtloser Klagen, sehnlicher Erinnerungen...

Doch Emma verließ die Stadt bald wieder, was Hans in tiefe Verzweiflung stürzte. Diese Erfahrung, zusammen mit dem Druck seiner neuen Lehre und der nicht verarbeiteten Vergangenheit, wurde ihm zu viel.

An einem Herbstabend, nach einem Ausflug mit seinen neuen Arbeitskollegen, bei dem er zu viel getrunken hatte, ertrank Hans im Fluss. Ob es ein Unfall oder Selbstmord war, blieb ungeklärt. Bei seiner Beerdigung waren alle seine früheren Lehrer anwesend, und der Schuhmacher Flaig gab Hans' Vater zu verstehen, dass sie alle eine Mitschuld an diesem tragischen Ende trugen.